Samstag, 6. Dezember 2008

Milonga. Oder: Auf zum Tanztee!

¡Hola, hola!

Gestern war ich zu Besuch in einer weiteren Institution in Buenos Aires, der Confiteria Ideal. Es ist nicht nur ein Café und eine Konditorei, sondern auch einer der traditionellsten Tangoplaetze in der Stadt. Neben Unterrichtsstunden werden hier auch taeglich sogenannte Milongas veranstaltet. Diese Versanstaltungen findet man ueberall in Buenos Aires. Sie sind vielleicht am ehesten vergleichbar mit einem Tanztee, also eine oeffentlich Tanzveranstaltung. Hier wird eben Tango getanzt. Aber halt, nicht so einfach. Es herrschen - gerade in solch traditionellen Orten wieder der Confiteria Ideal - strenge Regeln. Betritt ein Mann mit einer Dame zusammen die Milonga, ist sie seine Tanzpartnerin fuer den Nachmittag. Der Mann darf nur mit anderen Damen tanzen, wenn die Frau zustimmt (und vice versa). Man laesst sich an einem der Tische um die Tnzflaeche nieder, bestellt ein Kaeffchen oder ein Wasser. Bei der Milonga gestern habe ich den Altersdurchschnitt erheblich gesenkt. Aber es war interessant anzuschauen, wie sich Oma ins kleine Schwarze geschmissen und die Netzstrumpfhosen angezogen hat. Aber Opa stande dem in Nichts nach. Die Haare korrekt gescheitelt und mit Pomade zur Seite gelegt, den Schnautzbar frisch gestutzt (und etwas eingefaerbt), ins Sakko gesprungen und los geht`s.
Getanzt wird immer fuer 3 bis 4 kurze Tangos (jeweils 2:30 bis 3 Minuten). Zwischen den Taenzen wird kurz geschackt, frueher haben die Herren den Damen Komplimente gemacht und wurden auch daran als guter Milonga-Taenzer gemessen. Ist heute (leider) nicht mehr so ueblich.


Die Kellner (mindestens so alt wie das Café selbst...) halten ein wachsames Auge ueber die Tische. Ja niemanden anrempeln oder das Sakko eines Herren, was ueber dem Stuhl haengt, beruehren. Das gibt einen boesen Blick... ;-)

Alles in allem aber eine schoene Veranstaltung, in dem sich die aelteren Herrschaften regelmaessig treffen. Es gibt natuerlich auch Milongas fuer junge Leute. Werd ich dann sicher demnaechst mal besuchen = ohne Netzstruempfe und Tosca-Perfum, versteht sich...

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Summer in the city...

¡Hola chicos!

Der Sommer ist da - und das im Fruehling!

Letzte Woche gab es die hoechsten Temperaturen im November seit ueber 60 Jahren. Mit 35 Grad. Taeglich. Im Schatten. Kein Lueftchen weht. Zwischen den Haeuserschluchten. Autolawinen. Abgase. Tropfende Klimaanlagen. Das Stromnetz bricht in einigen Stadtteilen zusammen, weil jeder seine Klimanalage anschaltet. Die oeffentlichen Brunnen haben kein Wasser, ansonsten wuerden die Kinder drin baden. Die Freibaeder haben noch geschlossen, sie sind auf diese Hitze im November nicht eingstellt. Man kann einen Tagespass fuer das Swimmingpool im Hotel Hilton kaufen - fuer 200 Pesos pro Person (ca. 50 Euro). Schwuele Hitze. Viel Wasser trinken. Eis essen. Schlafen. Und dann Samstag nachmittag...

Regen. Regen. Regen. Kein Schauer. Eher ein tropischer Regensturm, nur eben nicht in den Tropen. Innerhalb von Minuten sind die Strassen ueberflutet. Die Gehwege wenig spaeter auch. Wo Senken sind, die laufen voll. Das Wasser steht auf der Hauptverkehrsader, der Verkehr bricht zusammen. Die Ubahnschaechte laufen voll. Vier Linien sind fuer mehrere Stunden nicht in Betrieb. Menschen wadten durch knietiefes Wasser. Wenigstens wird jetzt endlich die Hundekacke von den Gehwegen gespuehlt. Am Sonntag ist alles still. Als waere nichts gewesen.

Montag ist es kuehl. Nur noch 18 Grad. Die porteños (Einwohner von Buenos Aires) holen ihr Wintermaentel wieder heraus. Seit Dienstag sind es tagsueber wieder um die 25 Grad und sonnig. Aber morgens sind es nur um die 10 oder 15 Grad.

Sommer in der Stadt...