Mittwoch, 27. August 2008

Buenos Aires und die Sprache. Oder: No hablo español.

¡Hola amigos! (hihi, jetzt hab ich hier die ganzen lustigen Zeichen auf der Tastatur. Kostprobe: ¡¿ñÑçǨüäö¬ --> uebrigens wird das @ in Lateinamerika mit der sinnigen Tastenkombination ALT+64 aufgerufen...)
Also hallo aus BA wieder. Ich besuche nun seit 3 Tagen die Sprachschule, also meinen Vorwand, warum ich nach Suedamerika gekommen bin ;-) Die Schule ist sehr klein, wie die meisten Sprachschulen hier in BA. Man kann sich das raeumlich eher wie eine Wohnung vorstellen, in die mehrere temporaere Waende eingezogen worden sind. Ich fange jeden Morgen um 9 Uhr mit einer Stunde Individualunterricht bei Silvia an. Sie ist Deutschlehrerin an einer Schule und hat auch deutsche Vorfahren (sie ist die 3. Generation hier). Dannach habe ich 4 Stunden Gruppenunterricht. Im Moment besteht die Gruppe nur aus mir, was natuerlich super ist. Die ersten beiden Stunden unterrichtet mich Maria José. Der Name ist lustig, weil ich in der ersten Stunde geglaubt habe, er waere Maria Rosa. Sie hatr mir dann aber erklaert, dass Maria José ein Frauenname ist, und José Maria ein Maennername... Ah ja... Sie ist auf jeden Fall voll lustig und im Moment schwanger. Danach habe ich eine Stunde Mittagpause, in der ich entweder was Essen gehe oder versuche, von der Bank Geld zu bekommen. Am Bankautomat bekommt man pro Tag max. 300 Pesos; das sind gerade mal so 75 €. Dabei muss man bedenken, dass jede Abhebung mit der EC-Karte 5 Euro Gebuehren in Deutschland kostet (Danke, Postbank). Also hole ich mir immer Auszahlungen ueber die Kreditkarte. Das macht hier in Argentinien nur die Banco Nacional, und auch dort hat man ein Tageslimit (max. 1.000 Pesos). Also etwas anstrengend, wenn man z.B. die Sprachschule auf einmal fuer den gesamten Zeitraum bezahlen moechte.
Nachmittags habe ich dann nochmal 2 Stunden, diesmal bei Veronica. Sie ist auch sehr nett und gestern gerade 30 geworden. Sie weiss noch nicht, ob sie darueber lachen soll oder doch weinen ;-)
Auf jeden Fall ist der Unterricht sehr interessant. Sie haben mit mir mehr oder weniger wieder bei den Grundlagen angefangen, was super als Wiederholung ist, da ich doch schon sehr sehr viel vergessen habe. Ich bekomme auch jeden Tag Hausaufgaben. Nachdem mich Veronica am zweiten Tag gefragt hat, ob ich meine Hausaufgaben geschafft haette, und ich geantwortet habe "Natuerlich, ich bin doch Deutsche!", muss ich diese wohl jetzt immer erledigen...
Gestern bin ich auch aus dem Hostel ausgezogen. Die Schule kennt eine Dame, die ein Zimmer in ihrer Wohnung vermietet. Bei der bin ich dann gestern eingezogen. Sie ist sehr nett, hat frueher mal in Italien und in Spanien gelebt und spricht auch ein paar Brocken Englisch. Also hab ich jetzt mein eigenes Zimmer und ein kleines Fruehstueck gibt´s noch dazu. Die Kueche kann ich auch nutzen und das Wohnzimmer ist der allgemeine Treffpunkt (bis Freitag wohnt noch ein junger Mann aus London mit in der Wohnung). Die Wohnung ist sehr gut gelegen, etwas noertlich des Zentrums (in Barrio Norte, fuer die Ortskundigen). Die Direktorin der Schule meinte zu mir "Es ist sehr gefaehrlich dort - es gibt massig Schuh- und Klamottenlaeden!". Ausserdem hab ich noch mehrere Konditoreien und zwei Chocolaterias entdeckt...
In der Wohnung bleibe ich 1,5 Wochen, dann ziehe ich in eine WG mit anderen Sprachschuelern in ein Viertel etwas suedlich des Zentrums. Die Wohnung hatte mir auf Anhieb gefallen, so dass ich dort unbedingt hin wollte (ein Zimmer wird aber erst in 1,5 Wochen frei).
Also werde ich in den naechsten Tagen die Moeglichkeiten hier in Barrio Norte mal nutzen... ;-) Notfalls muss ich dann schon mal Pakete nach Deutschland vor schicken...

Sonntag, 24. August 2008

Zurueck in Buenos Aires - oder: Die Odyssey

Buenos Aires hat mich wieder. Im Moment weiss ich noch nicht, ob mir das so gefaellt, weil La Paz doch sehr entspannt und entspannend (trotz allem) war. Gestern war ein Scheisstag, ich fang mal von vorne an:
Um wieder nach BA zu kommen, habe ich beim Reisebuero, dass im Hostel war, einen Flug nach BA gebucht. Dieser sollte ueber Santa Cruz (Bolivien), ueber Acunsion (Paraguay) nach BA gehen. War der guenstigste (knapp 460 Dollar, plus "departure tax" von ueber 20 Dollar). Zusaetzlich zum Ticket hat mir das Reisebuero einen Ablaufplan ausgedruckt. Als ich um kurz nach 12 zum Flughafen in La Paz komme, erklaert mir die Dame von Aerosur (Fluggesellschaft fuer den ersten Flug), dass das Resiebuero mir ein Ticket fuer einen Flug am Morgen, um 8:30 Uhr verkauft hat. Auf dem Ablaufplan stand 13:30 Uhr... Sie hat mich KOSTENLOS (bitte Lufthansa und Germanwings mal aufhorchen!!!) auf den Nachmittagsflug umgebucht. Naechstes Problem: um meinen Anschlussflug nach Asuncion/BA zu erreichen, haette ich in Santa Cruz nur 20 Minuten - inkl. Gepaeck am Band abholen und bei der naechsten Fluggesellschaft wieder einchecken, plus Sicherheitskontrollen und Ausreisestempel... Sie hat mir viel Glueck gewuenscht. Auf meiem "persoenlichen Ablaufplan" der Reisebueros steht, ich habe fast 1,5 Stunden... Wir erinnern uns nocheinmal kurz, dass der Flug knapp 460 Dollar gekostet hat, soviel Geld, dass ich davon in Bolivien einen Monat leben oder hier in BA die Miete fuer ein schoenes Zimmer bezahlen koennte. Als wir in La PAz abgehoben sind, wusste ich nicht, dass der Flug in Cochabamba zwischenlanden wird, um neue Passagiere aufzunehmen und andere aussteigen zu lassen. Tja, ich sah jede Minute verinnen und hab vor lauter Sorge um den Anschlussflug nicht mal die angebotenen Suessigkeiten genommen (!!!). Als wir dann endlich in Santa Cruz landeten, bin ich zu einer Stewardess gegangen und hab ihr mein Problem geschildert. Sie hat mich an einen Mitarbeiter des Flughafens uebergeben, der mit suedamerikanischer Gelassenheit und Gemuehtlichkeit mit mir zum Check-in (nachdem ich mein Gepaeck geholt hatte) Schalterraum gegangen ist. Irgendwie hat er es geschafft, eine Dame vom Bodenpersonal von TAM Mercosur (naechste Airline, mit der ich fliegen sollte) aufzutreiben. Sie hat mir gut zu geredet und mich beruhigt (es war inzwischen 15:40 Uhr, die Zeit, zu der der Flug gehen sollte). Und was passierte: SIE HAT MICH und meinen Rucksack EINGECHECKT!!!!! Nach dem Check-in und dem Bezahlen der Flughafensteuern (wo ich ausnahmsweise mal beschissen worde - 10 Dollar weniger Wechselgeld - hab ich aber erst hinterher bemerkt) hat mich die junge Dame auch noch durch die Sicherheitskontrolle und den Zoll begleitet, bis zum Gate. Der Flug hatte 1 Stunde Verspaetung... Was fuer ein Glueck, und was fuer nette Menschen. In Deutschland haette sich keiner drum geschert und mich stehen gelassen. Also hab ich es noch gut bis BA geschafft, bin dann in ein Hostel gefahren und wie ein Stein ins Bett gefallen. 13 Stunden Schlaf...
Was lernen wir daraus?! Buche deine Fluege in Lateinamerika lieber selbst uebers Internet und dass die Saftschubsen in Deutschland bloede Kuehe sind (besonders die beiden Schnepfen von der Lufthansa am Leipziger Flughafen, die mich nicht mehr mitnehmen wollten, weil ich 3 Minuten (!!!) zu spaet war und der Flieger auch eine Stunde Verspaetung hatte...).
Morgen geht mein Sprachschule los. Mal sehen, was dass wird... :-)

Freitag, 22. August 2008

Der Titikaka-See

Neue Fotos:

Bolivien


Hallo noch ein letztes Mal aus La Paz.
Ich bin gestern von einem 3-Tages-Trip an den Titikakasee zurueckgekehrt. Ich bin so froh, dass ich das noch gemacht habe, weil es wunderschoen dort war.
Am dienstag nachmittag hab ich mich in einen der lokalen Minibusse gesetzt. Man muss dazu sagen, dass diese die ausrangierten Minibusse aus Japan sind. Meistens wird sich nicht einmal die Arbeit gemacht, die vorhandenen japanischen Aufkleber und Aufschriften abzumachen. Leider heisst der Import auch, dass die Sitzabstaende eher fuer Japaner und Bolivianer gedacht sind...
Auf jeden Fall war das mit den Minibussen billiger (umgerechnet 2 Euro pro Strecke) und die Fahrt dauert nur 3 bis 4 Stunden. Wir sind dann in den sonnenuntergang hineingefahren und am See entlang. Es war wirklich traumhaft. Vom Licht her wie in der Toskana, der See wie der Lago Maggiore, nur viel groesser und als Hintergrund ein paar schneebedeckte 6.000er. Im Bus habe ich eine Australierin (eigentlich halb Kanaderin, halb Schweizerin, aber sie lebt seit 8 Jahren in AUS und hat den Pass) und einen Neuseelaender kennengelernt. Wir haben dann gleich ein Hotelzimmer zusammen bezogen (pro Person umgerechnet 3 Euro...) und sind noch was Essen gegangen. Hier im See gibt es eine spezielle Forellenart, die nur hier vorkommt. Hat sehr gut geschmeckt vom Grill mit etwas Limette.
Am naechsten Morgen sind wir relativ zeitig (8:30 Uhr) mit einem Boot/Schiff zur Isla del Sol gefahren, der Geburtsstaette der Sonne nach dem Glauben der Inkas. Dort sind wir an Inkaruinen vorbeigekommen, die jedoch wenig eindrucksvoll waren. Verglichen mit Mexiko waren das hier nur ein paar Steinhaufen. Die Landschaft war aber sehr schoen. Der See ist tiefblau (ich habe mal irgendwo gelesen "saphirblau", das beschreibt es ziehmlich gut), der Himmel blau mit ein paar Wolken, und die Berge Boliviens und Perus ragen am Ufer empor. Wir sind einmal so ungefaehr quer ueber die Insel gelaufen, immer darauf bedacht, dass wir nicht abgezockt werden. Das ist hier echt ein Problem. Du bist der reiche westliche Tourist, du kannst hier und da ruhig mal 10 Bolivianos abdruecken. Die Dame "an Land", bei der wir unsere Tickets fuer die Ueberfahrt gebucht haben, hat uns gesagt, dass wir jeweils fuer den Nord- und Suedteil der Insel 10 Bolivianos (=1 Euro) bezahlen muessen. Auf dem Wanderweg hatten sich dann aber mehrere "Posten" platziert, die Geld wollten. Kurz bevor wir ins Dorf (Ablegestelle zurueck zum Festland) kamen, standen dort noch zwei aeltere Frauen, die mit ihren massigen Leibern den Weg versperrten und nochmal 5 Bolivianos wollten. Kurz davor hatten wir eine Auseinandersetzung mit einer frechen Goere, die fuer einFoto (sie hatte danach gefragt!!!) mehrere Bolivianos wollte. Wir haben aber nichts von alledem bezahlt. Zweimal 10 Bolivianos und gut. Wer da keine Autorisierung hatte, war uns egal und wir haben uns hoeflich entschuldigt, ihnen gesagt, das wir bereits bezahlt haben und sie einfach stehen gelassen. Das sollen die Inselbewohner (ca. 5.000) mal schoen unter sich ausmachen. Aber mit dieser Art und Weise locken sie sicher keine zusaetzlichen Touristen an.
Am Donnerstag vormittag bin ich noch etwas in Copacabana (nicht der Strand in Rio, sondern der Ort am See) herumgelaufen und habe auch noch das ein oder andere Souvenir gekauft (war etwas billiger als in La Paz - obwohl wir hier in Dimensionen von 50 Cent bis 1 Euro reden...). Ausserdem konnte ich die Segnung von Fahrzeugen vor der hiesigen Kathedrale verfolgen. Das schein aber was ganz Tolles hier zu sein. Die Autos werden geschmueckt, gesegnet und dann mit Sekt begossen... Am Nachmittag bin ich wieder nach La Paz zurueck, natuerlich mit dem lokalen Bus.
Heute morgen bin ich mit zwei Irinen nochmal hier auf den Markt. Es ist einfach so guenstig hier, dass man verleitet wird, schoene Dinge aus Alpakawolle oder was auch immer zu kaufen.
Morgen Mittag geht mein Flug nach Buenos Aires und am Montag beginnt meine Sprachschule. Ich melde mich dann von dort aus. Schoenes Wochenende!

Sonntag, 17. August 2008

La Paz

Hallo aus La Paz (immer noch),
die Stadt gefaellt mir sehr gut und ich fuhle mich hier mehr wohl. Soviel zu der Frage, warum ich immer noch hier bin. Ausserdem bin ich nach gut drei Wochen herumreisen etwas "reisemuede" bzw. es ist ganz schoen, mal fuer mehrer Naechte in einem Zimmer zu sein und nicht immer den Rucksack zu packen.
Am naechsten Samstag werde ich mich dann zurueck nach Buenos Aires machen. Ich war am Freitag in einem Reisebuero und habe mir einen Flug heraussuchen lassen. Leider sollte ich diesen cash bezahlen (Kredikartenzahlung ist hier immer mit Verifikationen per Fax und sowas verbunden), also bin ich zur Bank. Dort habe ich sage und schreibe 1 Stunde gebraucht, bis ich mein Geld hatte. Man nimmt es hier mit dem Service nicht so genau - private Gespraeche gehen vor, gerne auch mit Kaugummi im Mund. Dann hatte das Reisebuero auch schon geschlossen. Am Samstag hatte es auch zu und heute natuerlich auch. Also bekomme ich de Flug hoffentlich morgen frueh noch. Dann werd ich morgen versuchen, einen Bus an den Titikakasee zu bekommen, der nur 3 Stunden von hier entfernt ist.
Ansonsten verbringe ich meine Tage hier, in dem ich durch die Stadt laufe, Leute beobachte und auf dem lokalen Markt shoppen gehe. Ich war auch schon im Coca-Museum, was sehr interessant war. Dort wird die Historie, die Tradition, der Anbau und die Verwendung von Coca beschrieben. Die Blaetter werden hier haeufig gekaut, was aufputschend wirken soll (hat es nicht fuer mich). Es war ach interessant zu erfahren, dass die westlichen Industrielaender den Cocaanbau fuer die Armut her verantwortlich machen, aber gleichzeitig das meiste Geld damit machen. Ganz grosser Abnehmer von Coca ist z.B. der Pharmakonzern Merck aud Darmstadt. Die stellen daraus wohl Betaeubungsmittel fuer Operationen her. Sehr interessant auf jeden Fall das ganze.
Der Souvenirmarkt hier ist auch super. Guenstige Sachen aus Alpakawolle n tollen Farben. Leuchtendes Rot, Tiefblau oder intensives Gruen. Pullover, Muetzen, Schals, Handschuhe, Socken. Man moechte sich komplett fuer den Winter ausstatten...
Ich werd mich jetzt mal auf die Suche nach etwas Essbarem begeben. Hier wird alles frittiert, also haette ich gern mal wieder etwas Frisches oder einfach nur Gekochtest. Ich treff mich gleich mit ein paar Leuten zum Essen in einem Cafe, dass von Hollaendern gefuehrt wird. Hoffentlich gibt es dort nicht nur Frikandells ;-)

Donnerstag, 14. August 2008

Sucre nach La Paz - vom Regierungsitz zur Hauptstadt

Gruesse von endlich mal wieder ueber 3.500 m. Die Hauptstadt La Paz hat mich. Obwohl die Reise hierher etwas beschwerlich war. Von Sucre habe ich direktes Busticket nach La Paz bekommen (war schon alles ausgebucht), also bin ich mit zwei deutschen Maedels (Tochter, mein Alter, und Mutter, ca. Muttis Alter) mit dem Nachtbus nach Cochabamba. Wir sind dort frueh um 7 angekommen und haben dort den Tag verbracht. Nach anfaenglicher Langerweile, weil Mangel an Sehenswuerdigkeiten und auch die meisten Cafes machten erst gegen halb um 9 auf, wurde es am nachmittag noch ganz lustig. Die Touristeninformation hatte uns mit einigem an Material ueber die Stadt ausgestattet, allerdings entpuppte sich das meiste als langweilig oder Reinfall. Am Nachmittag (nachdem wir die Mittaghitze in einer Pizzeria ueberbrueckt hatten), sind wir dann zu einem Palzzo gefahren, der einem der ehemal 10 reichsten Maenner der Welt gehoert hat (er machte Anfang dieses Jahrhunderts bis zur Mitte Geld mit Silber und Zink). Waehrend der Fuerhrung dort haben wir einen weiteren Deutschen, der dort zwei Monate Freiwilligenarbeit macht, getroffen. Mit ihm sind wir dann in ein Cafe gangen und haben dort hervorragende Torte gefuttert (wenn auch ab und zu mit Stromausfall). Durch diesen kulinarischen Hochgenuss, die lustigen Gespraeche und die Toiletten, die 10 von 10 Punkten von uns bekamen (und das in Bolivien!!!) wurde es noch ein ansprechender Tag. Am abend haben wir noch etwas gegessen und uns dann in den Nachtbus nach La Paz gesetzt (wir haben uns die Liegesitze gegoennt). Leider bekam mir wohl unser Abendessen nicht so gut oder es wollte auch etwas von der Landschaft sehen. Auf jeden Fall ging es mir richtig beschissen, als wir hier ankamen. Ich hab mich dann von den beiden deutschen maedels verabschiedet und bin ins Hostel (ueberigens super!!!). Dort hab ich direkt mein Bett beziehen koennen und bin wie ein Stein hineingefallen und eingeschlafen. Gegen Nachmittag bin ich aufgewacht, noch eine Runde Porzellanbus gefahren und hab mich dann geduscht. Nach einen Gang um den Block und einer Flasche ausgeschlagener Cola bin ich dann wieder ins Bett gefallen und nur noch sporadisch aufgewacht. Heute morgen ging es mir dann wieder super. Also, Schlaf hilft immer (auch vorbeugend!!! ;-))
Heute hab ich dann beim Fruehstueck einige Iren kennengelernt und bin mir ihnen ein bisschen herumgelaufen, auch auf einen Markt, wo man viele, viele Souvenire kaufen kann. Also werde ich das morgen tun :-)
Ein paar Fotos konnte ich auch endlich bei Picasa hochladen. viel Spass beim Schauen.
Bolivien

Montag, 11. August 2008

Sucre und das Referendum

ivienIch lebe noch! Kein wuetende Meute, kein Mob hat seine Wut an den im Land verbliebenen Europaeern ausgelassen. Die Reisewarnung des Auswaertigen Amtes, sich insbesodere nicht in Potosí und Sucre aufzuhalten, noch besser, das Land zu verlassen, war wohl etwas uebereifrig. Der Wahlsonntag verlief so ruhig, wie es wohl selten in einer Grossstadt ist. Schon am Vorabend durfte kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Am Sonntag selbst natuerlich auch nicht, bis die Wahllokale geschlossen hatten. Es herrschte ausserdem ein allgemeines Fahrverbot, nur Fahrzeuge mit Sondergenehmigung durfen sich bewegen. Viele Familen nutzten den Gang zum Wahllokal, der ueber das Verbleiben der Regierung Morales enschied, zum Sonntagsspaziergang. Vor den Wahllokalen waren Staende mit kulinarischer Versorgung aufgestellt (lecker Essen fur billig Geld *ruelps*), in den Parks hatten die Kinder Spass auf ihren Fahrraedern, gemieteten Quads oder sie spielen auf der Strasse Fussball. Alles verlief sehr entspannt, auch als das Ergebnis verkuendet wurde (ca. 60/40 pro Morales). Sucre gilt ja eher als konservativ und damit gegen Morales. Aber man hat nichts gehoert, nicht einmal eine kleine Demonstration. Der einzige Kampf fand am Abend zwischen den Touristen um Sitzplaetze in den wenigen geoeffneten Restaurants statt.
Heute morgen habe ich mein Busticket gekauft. Leider war der bequeme Bus nach La Paz schon ausgebucht, so dass ich heute abend nach Cochabamba fahre, und von dort aus morgen Abend hoffentlich weiter nach La Paz. Nach dem Ausflug zum Busterminal bin ich mit den beiden Luxemburgern auf den hiesigen Markt. Dort haben wir viele Fotos geschossen, was der ein oder anderen Marktfrau missfiel. Uns trafen Wurfgeschosse wie Kaese, Obst und Verbalattaken (die wir zum Glueck nicht verstanden haben). Nach einem staerkenden und natuerlich wieder billigen Mittagessen dort, haben wir uns, um der Mittaghitze zu umgehen, in einem Cafe niedergelassen. Wir moechten gleich noch auf einen Kirchturm, um die Stadt von oben zu betrachten. Dann heisst es auch schon auf zum Bus und auf nach Cochabamba.

Samstag, 9. August 2008

Potosí - hoechstgelegene Stadt der Welt

Beste Gruesse von ueber 4000 m aus der (angeblich) hoechstegelegenen Stadt der Welt, Potosí. Einst die reichste Stadt Suedamerikas, kann man den Reichtum noch heute an den Gebaeuden der Stadt erkennen. Selten habe ich in den vergangenen drei wochen so viele gut erhaltene Kolonialbauten auf einem Fleck gesehen - noch dazu in Bolivien. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert.
Von Uyuni habe ich natuerlich am Donnerstag abend keinen Bus mehr nach Potosí bekommen. Also musste ich dort uebernachten und bin mit einem der Englaender meiner Tourgruppe um 10 Uhr frueh nach Potosí gefahren. Wir haben uns fuer den Bus der Einheimischen entschieden, der ueberraschend gut war. Die Busse, die extra fuer europaeische und amerikanische Touristen fahren, kosten gut das 1,5fache. Also lieber eine 8-h-Busfahrt fuer umgerechnet 3 Euro machen. Obwohl diese schon fast an Folter grenzte. Nicht unbedingt wegen den steilen Abhaengen, die direkt neben der (nicht asphaltierten) Strasse nach unten gingen (ich sass natuerlich am Fenster...), sondern wegen dem eigentuemlichen Musikgeschmack, an dem der Busfahrer alle teilhaben lies. Natuerlich hatten wir auch noch den Sitzplatz erwischt, ueber dem der Lautsprecher, der den gasmaten hinteren Teil des Busses beschallte, angebracht war. Also durften wir uns an bolivianischer Volksmusik a la Florian Silbereisen (auch mit "hey!"-Rufen usw.!), Shakira (...), italienischer Musik (von Eros Ramazotti ueber Pop-Rap bis hin zum Blinden) und an einer spanischsprachigen Celine Dion erfreuen... Folter ist ein anderes Wort dafuer. also iPod auf volle Lautstaerke und die Stoepsel in die Ohren... Doch so manche Ballde wurde stereo von eben diesen wundervollen Lauten untermalt...
Der englaender ist am Abend nach Cochabamba (der Ort heisst wirklich so!) weiter. Er war vor ein paar Monaten schon mal hier. Ich habe auf seine Empfehlung in ein superschoenes Hostel (Kolonialstil mit grossenm Innehof) eingecheckt. Das Dorm hatte ich bis 4 Uhr frueh fuer mich alleine und es hat wirklich nur knapp 3 Euro inkl. Fruehstueck gekostet. Bolivien ist echt klasse :-)
Heute habe ich dann Sightseeing gemacht. Frueh war ich im Casa de la Moneta (Haus des Geldes), einem der wohl besten Museen Suedamerikas. Hier wurden anhand von vielen Maschinen, Werkzeugen, Mineralien usw. die Herstellung des Geldes zur Kolonialzeit bis ca. 1950 erklaert. Aufgrund seiner reichen Silbervorkommen haben die Spanier ihre Muenzen gleich hier produzieren lassen und dann verschifft. Ironischerweise werden die heutigen bolivianischen Muenzen in Spanien hergestellt. Eine Fuehrerin des Museum hat sich mir erbarmt und mich allein auf Englisch herumgefuehrt. Im Allgemeinen fehlte es den Damen doch an Espit und begeisterung. Ganz anders da die Frauen der Guarda National, die als Security das Museum beaufsichtigen. Sie hatten eine Menge Spass, sich ihre Naegel zu feilen und diese in verschiedenen Farben zu lackieren - das alles im Innenhof des Museums, wo die Touren starten...
Dann bin ich noch weiter durch die Stadt gelaufen und habe mir verschiedene Kirchen und Bauten angesehen. Hier soll es wohl mal ueber 60 Kirchen, 10 oder 15 Kloester sowie unzaehliche Kapellen gegeben haben. Aber auch davon steht noch viel.
Heute nachmittag fahre ich dann weiter nach Sucre, dem Regierungssitz Boliviens. Morgen steht dann das gesamte Land aufgrund des Referendums still. Keine Busse fahren. Also hoffe ich, dass ich am Montag eine Bus nach La Paz bekomme. Mein Bus nach Sucre faehrt in 2 Stunden. Mal sehen, mit welcher Musik ich diesmal unterhalten werde... :-)

Donnerstag, 7. August 2008

Suedbolivien - wo der Staub zu Hause ist

Beste Gruesse aus Uyuni. Die vergangenen Tage waren sehr schoen und erlebnisreich.
Wir sind von Salta aus direkt zur Grenze nach Bolivien gefahren. Eigentlich wollte ich noch einen Zwischenstop machen, weil ich nicht von 1.500 m auf 4.00 m wollte. Leider haben wir kein Zimmer mehr bekommen, so dass wir direkt fahren mussten. Im Bus hat mich die Hoehenkrankheit dann natuerlich erwischt. Mein Mittagessen habe ich mir dann in der Grenzstadt nochmal durch den Kopf gehen lassen, der auch sehr geschmerzt hat. Nach einer recht kalten Nacht (keine Heizung in den Zimmern dort), sind wir dann ueber die Grenze und mit dem Zug nach Tupiza in Suedbolivien. An der Grenze habe ich als Deutsche 90 Tage Aufenthalt in Bolivien bekommen, Enzo als Peruaner nur 30 ;-)
Die Zugfahrt war hervorragend. Wir haben die Billigklasse gebucht, die echt gut war und fuer die drei Stunden auch absolut ausreichend. Die Landschaft, die an den Fenstern vorbei rauschte, war grandios. Der Zug schlaengelt sich durch die Anden, man passiert kleine Doerfer, die wie vor 200 Jahren anmuten, und sieht mit gruenem und gelben Gras bedeckte Berge, viele Kakteen und natuerlich ein paar Lamas.
Dann haben wir in Tupiza (20.00 Einwohner und damit eine Anden-Metropole) uebernachtet und eine heisse Dusche genosen (auch hier keine Heizung, dafuer aber eben heisses Wasser). Den Sonntag haben wir in dem Staedtchen vertroedelt, weil unsere Tour (4 Tage) erst am Montag begann. Enzo wollte nicht "soviel" Geld ausgeben (umgerechnet viell. 100-110 € fuer 4 Tage inkl. allem) und ist am Montag irgendwann woanders hingefahren. Ich weiss nicht wohin, hab grad nur ne Nachricht gelesen, dass er Bolivien scheisse findet und Richtung Iguazu (tolle Wasserfaelle an der Brasilianisch-Argentinischen Grenze) faehrt. Also reise ich allein weiter. Ist mir auch recht, wir Europaeer sind eben anders als manch Suedamerikaner ;-)
Am Montag sind wir dann also auf Tour gegangen. In der Umgebung von Tupiza haben Butch Cassidy und Sundance Kid ihr Unwesen getrieben. Durch dieverse an Western erinnernde Schluchten ging unsere Tour los - aber mit 3 Stunden Verspaetung. Wir waren zwei Minuten gefahren, da sind wir leider auf ein anderes Auto aufgefahren. Also Unfall mit Polizei holen usw. Dann zur ersten Polizeistation. Dort sprang dann der Wagen nicht mehr an, also schieben, bis er wieder ging. Dann zur zweiten Polizeistation. dort dann ewig warten (es stellte sich heraus, dass der Fahrer vor uns betrunken war - um 9 Uhr morgens!!!). Dann Fahrerwechsel. Den neuen Fahrer abholen. Die Sachen des alten Fahrers abladen und dessen Mutter nach Hause fahren (sie hatte seine Sachen, er war noch auf der Polizei). Dann zum neuen Fahrer nach Hause, seine Sachen schnell packen. Dann zu seinem Bruder fahren, damit der seiner Frau Bescheid sagt, dass er 4 Tage auf Tour ist. Und dann endlich los...
Unsere Gruppe bestand aus fuenf Personen: einer Irin, die wir im Zug kennengelernt hatten und in Tupiza uebernachtet haben, einer Kanaderin und zwei Englaendern und natuerlich mir. Eine tolle Gruppe, muss ich jetzt auch im Nachhinein nach sagen, wir hatten so viel Spass und wenn wir uns mit anderen Gruppen verglichen haben... Wir waren froh, dass wir uns hatten ;-)
Die Fahrt durch die Anden war ein Traum. Gruene Berge, spektakulaere Canyons, Lamas, Guanacos, kleine Doerfer, die einem ersteinmal den Begriff "abgeschieden" verdeutlichen, Silberminen, Goldminen.
Uebernachtet haben wir in einem kleinen Dorf im Niergendwo. Es war bitterkalt. Ich hatte neben meinem Schlafsack (super Anschaffung) drei Decken, dazu eine kleine Flugzeugdecke, Leggins mit Hosen, sowie vier oder fuenf Lagen Pullover und ne Muetze und Handschuhe an - fuer´s Bett, wohlgemerkt. Trotzdem war es sehr schoen und sehr lustig. Neben dem Fahrer hatten wir eine Koechin mit an Bord, die geradeeinmal 15 Jahre alt ist. Ein ganz nettes Maedel, die uns auch immer versucht hat, Dinge zu erklaeren. Leider konnten sie und der Fahrer nur Spanisch, und wir ..naja... Irgendeiner hat immer ein Wort gewusst und so haben wir dass dann zusammen gepuzzelt. Umgekeht mussten wir den beiden einige Liedtexte erklaeren, z.B. Let it be von "los Biet-les" und wer Rasputin war... Ja, wir haben beides hinbekommen ;-)
Am zweiten Tag haben wir verschiedene vulkanische Aktivitaeten gesehen. An der Grenze zu Chile sind die Anden sehr vulkanisch gepraegt. Neben dem blubbernden Schlamm und Geysiren gibt es dort einige Lagunen. In einer heissen Quellen haben wir uns aufgewaermt :-) Am Nachmittag sind wir zu einer grossen Lagune gefahren, in der Flamingos (3 versch. Arten) zu Hause sind. ausserdem waren wir auf du und du mit ein paar Lamas. Sie haben aber nicht gespuckt ;-)
Gestern haben wir an eine aktiven Vulkan herangefahren, der auch wieder fast schon in Chile steht. Nach ein paar weiteren Lagunen und inaktiven Vulkanen haben wir unser Nachlager am Rande der Salar de Uyuni (groesste Salzwueste der Welt mit 12000 km2) erreicht. Dort gab es dann auch endlich wieder eine heisse Dusche :-)
Heute frueh ging es dann zeitig zum Sonnenaufgang los (wir sind eigentlich jeden Tag zwischen um 5 und um 6 aufgestanden, dafuer aber auch spaetestens um 10 oder halb 11 ins Bett). Gefruehstueckt haben wir auf einer Insel in der Salzwueste. Dannach haben wir Fotos geschossen. Aufgrund der schier endlos scheinenden weissen Weite kann man hier fantastisch mit der Perspektive spielen (z.B., dass Leute auf der Schulter einer Person stehen usw.). Nun sind wir in Uyuni un der Ort ist echt haesslich. Die Irin, Kanaderin und einer der Englaender fahren heute abend noch nach La Paz. Ich versuche, einen Nachtbus nach Potosí zu bekommen (einst die reichste Stadt Suedamerikas aufgrund seiner Silberminen). Ansonsten uebernachte ich hier nochmal und mache morgen frueh dorthin. Von dort aus moechte ich dann auch nach La Paz und treffe mich wohl wieder mit den anderen drei.
Also im Nachhinein sind wir alle froh, das wir die Tour von Tupiza aus gemacht haben (wir haetten auch eine 3-Tages-Tour von Uyuni aus machen koennen). Somit haben wir nicht nur die trockenen, staubigen und "wuesten" Anden gesehen, sondern auch die abgelegenen etwas gruenen (auch dort sehr staubig - ich freu mich auf die naechste Waschmaschine). Eine tolle Tour und landschaftlich absolut empfehlenswert. Hat mit besser gefallen als Nordargentinien - und ist dazu noch verschwindent guenstig.
Am Sonntag ist hier ein Referendum, und es werden Demonstrationen und Strassensperren erwartet. Also hoffentlich faehrt mein Bus nach La Paz dann noch :-) Die Opposition hat ein Referendum gegen Praesident Evo Morales erwikt, der aber in der Bevoelkerung unheimlichen Rueckhalt hat. Also wir er am Sonntag eh wiedergewaehlt. Die einzigen, die dagegen sind, sitzen in der Hauptstadt Sucre (ist wohl sehr reich im Vergleich zum Rest des Landes). Also duerfte es zu keinen Ausschreitungen kommen. Ich lass euch informiert :-)