Samstag, 6. Dezember 2008

Milonga. Oder: Auf zum Tanztee!

¡Hola, hola!

Gestern war ich zu Besuch in einer weiteren Institution in Buenos Aires, der Confiteria Ideal. Es ist nicht nur ein Café und eine Konditorei, sondern auch einer der traditionellsten Tangoplaetze in der Stadt. Neben Unterrichtsstunden werden hier auch taeglich sogenannte Milongas veranstaltet. Diese Versanstaltungen findet man ueberall in Buenos Aires. Sie sind vielleicht am ehesten vergleichbar mit einem Tanztee, also eine oeffentlich Tanzveranstaltung. Hier wird eben Tango getanzt. Aber halt, nicht so einfach. Es herrschen - gerade in solch traditionellen Orten wieder der Confiteria Ideal - strenge Regeln. Betritt ein Mann mit einer Dame zusammen die Milonga, ist sie seine Tanzpartnerin fuer den Nachmittag. Der Mann darf nur mit anderen Damen tanzen, wenn die Frau zustimmt (und vice versa). Man laesst sich an einem der Tische um die Tnzflaeche nieder, bestellt ein Kaeffchen oder ein Wasser. Bei der Milonga gestern habe ich den Altersdurchschnitt erheblich gesenkt. Aber es war interessant anzuschauen, wie sich Oma ins kleine Schwarze geschmissen und die Netzstrumpfhosen angezogen hat. Aber Opa stande dem in Nichts nach. Die Haare korrekt gescheitelt und mit Pomade zur Seite gelegt, den Schnautzbar frisch gestutzt (und etwas eingefaerbt), ins Sakko gesprungen und los geht`s.
Getanzt wird immer fuer 3 bis 4 kurze Tangos (jeweils 2:30 bis 3 Minuten). Zwischen den Taenzen wird kurz geschackt, frueher haben die Herren den Damen Komplimente gemacht und wurden auch daran als guter Milonga-Taenzer gemessen. Ist heute (leider) nicht mehr so ueblich.


Die Kellner (mindestens so alt wie das Café selbst...) halten ein wachsames Auge ueber die Tische. Ja niemanden anrempeln oder das Sakko eines Herren, was ueber dem Stuhl haengt, beruehren. Das gibt einen boesen Blick... ;-)

Alles in allem aber eine schoene Veranstaltung, in dem sich die aelteren Herrschaften regelmaessig treffen. Es gibt natuerlich auch Milongas fuer junge Leute. Werd ich dann sicher demnaechst mal besuchen = ohne Netzstruempfe und Tosca-Perfum, versteht sich...

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Summer in the city...

¡Hola chicos!

Der Sommer ist da - und das im Fruehling!

Letzte Woche gab es die hoechsten Temperaturen im November seit ueber 60 Jahren. Mit 35 Grad. Taeglich. Im Schatten. Kein Lueftchen weht. Zwischen den Haeuserschluchten. Autolawinen. Abgase. Tropfende Klimaanlagen. Das Stromnetz bricht in einigen Stadtteilen zusammen, weil jeder seine Klimanalage anschaltet. Die oeffentlichen Brunnen haben kein Wasser, ansonsten wuerden die Kinder drin baden. Die Freibaeder haben noch geschlossen, sie sind auf diese Hitze im November nicht eingstellt. Man kann einen Tagespass fuer das Swimmingpool im Hotel Hilton kaufen - fuer 200 Pesos pro Person (ca. 50 Euro). Schwuele Hitze. Viel Wasser trinken. Eis essen. Schlafen. Und dann Samstag nachmittag...

Regen. Regen. Regen. Kein Schauer. Eher ein tropischer Regensturm, nur eben nicht in den Tropen. Innerhalb von Minuten sind die Strassen ueberflutet. Die Gehwege wenig spaeter auch. Wo Senken sind, die laufen voll. Das Wasser steht auf der Hauptverkehrsader, der Verkehr bricht zusammen. Die Ubahnschaechte laufen voll. Vier Linien sind fuer mehrere Stunden nicht in Betrieb. Menschen wadten durch knietiefes Wasser. Wenigstens wird jetzt endlich die Hundekacke von den Gehwegen gespuehlt. Am Sonntag ist alles still. Als waere nichts gewesen.

Montag ist es kuehl. Nur noch 18 Grad. Die porteños (Einwohner von Buenos Aires) holen ihr Wintermaentel wieder heraus. Seit Dienstag sind es tagsueber wieder um die 25 Grad und sonnig. Aber morgens sind es nur um die 10 oder 15 Grad.

Sommer in der Stadt...

Dienstag, 25. November 2008

Chile und wieder Buenos Aires... Oder: There is not place like home.

¡Hola muchachos!

Endlich wieder in Buenos Aires! Ja, Chile war nicht wirklich so aufregend fuer mich, dass ich nun fuer zwei Wochen wieder hier bin.

Leider hat der oeffentliche Dienst in Chile weiter gesteikt und kein Museum war geoeffnet, einige Parks nicht und in Valparaiso wurden auch die Aufzuege, die einen vom Hafen in die hoehergelegenen Stadtteile befoerdern, bestreikt. Also war unser Besuch dort doch stark eingeschraenkt. Das Hafenviertel und die "Innenstadt" von Valparaiso sind extrem haesslich, eine Keuzung aus Industriehafen und heruntergekommenem tschechischen Kurbad. Also sind wir am fruehen Nachmittag wieder abgeduest und die 2 Stunden zurueck nach Santiago gefahren.

Mittwoch ist Joerg dann wieder nach Deutschland geflogen, und ich wieder hier her :-)
Ich hab wieder mit Sprachschule angefangen und auch beim Tango gab es ein grosses "Hallo!" (oder eher "¡Hola!").

Obwohl es hier im Moment fast unertraeglich ist. Die Temperaturen sind viel zu hoch, so hoch wie normalerweise im Januar. Gestern Nachmittag waren es 34/35 Grad... Und das mitten in einer Grossstadt, die leider nicht am Meer liegt. Deshlab kuehlt es sich auch ueber Nacht nicht wirklich ab. Ich hoffe auf ein Gewitter.

Gestern Abend war ich im Kino und habe mir den neuen Film von Benicio del Toro angeschaut ("Che. El Argentino."). Er ist, wie der Titel schon fast vermuten laesst, ueber Che Guevara, wie er zusammen mit den Castro-Bruedern die kubanische Revolution durchfuehrt. Sehr interessant, super Kamerafuehrung und sowohl zwei Stunden Spanisch- als auch Geschichtsunterricht. Es ist wohl der erste Teil von mehreren Filmen, in denen das Leben von Che verfilmt wird. Ich bin jetzt schon gespannt auf den naechsten. Jetzt werde ich versuchen, das inoffizielle Che-Museum hier in Buenos Aires zu finden. Der Eigentuemer soll wohl etwas skurril sein... Also schauen wir mal...

Montag, 17. November 2008

Das Weinland und Chile. Oder: Wieviel Zeit kann ich in einem Auto/Bus verbringen?

Hola chicos!

Die Schlaflosigkeit von Cordoba hat sich wieder gelegt und wir sind weiter durch die Lande gereist. Von Cordoba aus sind wir am naechsten Tag nach Alta Gracia, einem Oertchen in den umliegnden Bergen. Dort hat Ernesto "Che" Guevara einen Grossteil seiner Kindheit verbracht, also haben wir uns das dort befindliche Museum angeschaut. War sehr interessant und wir haben Aspekte erfahren, die wir ueber ihn noch nicht wussten (z.B. dass er zweimal verheiratet war und insgesamt 5 Kinder hat: dass er auch im Kongo gekaempft hat usw.). Ausserdem gibt es in dem Ort noch eine alte Jesuitenmission, die zum Weltkulturerbe gehoert.

Dann ging es am Abend mit dem Bus ueber Nacht von Cordoba nach San Juan, weiter nach Westen. Dort angekommen waren wir hundemuede. Zum Glueck konnten wir schon in ein Hotel einchecken und haben uns erstmal ausgeschlafen. Verpasst haben wir sowieso nichts, da die Stadt von Mittag bis ungefaehr um 5 eine Siesta pflegt... Und in der Stadt selbst gibt es auch nichts zu sehen. Sie wurde vor ca. 60 Jahren durch ein Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht und Praesident Peron hat sich durch den Weideraufbau ein paar Waehlerstimmen verdient. Aber halt leider nicht sehr schoen gebaut.
Am naechsten Morgen ging es zeitig los in Richtung des Nationalparks Ischigualsto. Der liegt nochmal vier bis fuenf Fahrstunden noerdlich von San Juan. Zusammen mit einem schweizer Paerchen hatten wir einen etwas dullen Fahrer erwischt, der nicht mal wusste, wie man die Motorhaube oeffnet, als der Wagen ueberhitzte. Aber wir sind gut hin- und zurueckgekommen und haben im Park interesante Steinformationen und die aeltesten Saurierskelette der Welt bewundert (mehr als 250 Mio. Jahr alt).

Am naechsten Vormittag ging es ein Stueck suedlicher (nur 3 Fahrstunden) nach Mendoza, dem Hauptweinanbaugebiet in Argentinien. Auch diese Stadt ist leider sterbenslangweilig, also haben wir am Nachmittag eine Weinprobe gemacht und uns die Stadt interessant getrunken ;-)
Umso spektakulaerer jedoch die Fahrt am naechsten Tag nach Santiago de Chile! Auch hier wieder ein Kamikaze-Fahrer und ein Bus kurz vorm Reifenplatzer. Aber wir sind auch wieder gut angekommen. Sechs Stunden Busfahrt durch atemberaubende Anden. Zunaechst vorbei am hoechsten Berg der westlichen Hemisphere, dem Aconcagua (6.900 m), dann weiter durch schroffe Taeler mit wilden Fluessen (super zum Rafting), schliesslich ueber einen hohen Pass am Fusse des Aconcagua nach Chile und durch malerische Taele wieder runter nach Santiago de Chile.

Heute haben wir in der Stadt ein bisschen Sightseeing gemacht. Leider streikt im Moment aber der oeffentliche Dienst, so dass die Museen und einige Parks geschlossen sind. Morgen wollen wir nach Valparaiso, ein schoenes Staedtchen am Meer. Und am Mittwoch geht's wieder heim - fuer Joerg nach Bonn, fuer mich nach Buenos Aires. Mehr von dort...

Mittwoch, 12. November 2008

2. Halbzeit in Corrrrrrdoba

Anpfiff um nachts halb 3. Ich kann nicht schlafen. Schon die zweite Nacht in Folge wache ich staendig auf. NERV!

Also, genug Zeit um zu berichten. Donnerstag Abend waren wir ja beim Tango. War ganz lustig und die Lehrer haben Joerg gelobt, dass er sich gar nicht so schlecht anstellt. Trotzdem hat er bei der Tangostunde gestern gekniffen ;-)
In den letzten Tagen haben wir uns viele Sehenswuerdigkeiten von Buenos Aires angeschaut: Plaza de Mayo, wo die Muetter wieder marschiert sind, ein Kaeffchen im Cafe Tortoni, Porto Madero, den Troedelmarkt in San Telmo, den Friedhof und den Markt in Recoleta (inkl. Salat mit Kaesesosse, die uns nicht so gut bekommen ist...), leckere Steaks und, und, und...

Heute Nachmittag sind wir von Buenos Aires nach Cordoba geflogen. Wir hatten noch einen guenstigen Flieger gefunden, also haben wir uns 9 Stunden Busfahrt geschenkt. Wir haben uns dann ein wenig die Stadt angeschaut. Ich war ja im Juli schon mal hier, also war dass recht zielstrebig. Nach 5 Kirchen und ein paar weiteren Kolonialbauten haben wir in einem tollen Tangorestaurant Abendbrot gegessen. Dnnach gab es eine einstuendige Show mit Musik, Gesang und natuerlich Tanz. War sehr schoen.

Und nun?! Insomnia...
Joerg kann auch nicht schlafen, also gucken wir jetzt gemeinsam in die Roehre. Eine Alternative waere auch ein Blick in Glas...

Morgen Abend geht´s mit dem Nachtbus nach San Juan, vielleicht schaukelt uns das ja in einen tiefen Schlummer... In diesem Sinne: Gute Nacht, Freunde...

Donnerstag, 6. November 2008

Zurueck in Bs. As. - schoen, zu Hause zu sein...

¡Hola amigos!

Endlich wieder vereint - ich und Buenos Aires ;-)

Gestern Nachmittag sind wir von Iguazu hier her geflogen. Wir wurden von schoenstem Wetter empfangen, Sonne und Waerme, fast besser als in Brasilien, weil nicht so schwuel. In Iguazu regnete es wieder, als wir los sind. In den letzten Tagen leider so viel, dass einige Stege um die Wasserfaelle geschlossen wurden. Wir konnten alles, ausser die Insel inmitten der Faelle besichtigen. Was fuer ein Glueck.

Nun heisst es wieder Spanisch, Wein und Steak. All das haben wir dann gleich gestern Abend wahrgenommen. Zusammen mit einem australischen Paerchen, das wir in Iguazu kennengelernt haben, sind wir zu meinem Lieblings-Steak-Restaurant gegangen. Selbst an einem Mittwoch Abend mussten wir ueber eine Stunde auf einen Tisch warten (das Warten wurde uns durch kostenlosen Sekt und Haeppchen verkuertzt). Und es hat sich wieder gelohnt... War einfach wieder grossartig. Und ueppig. Wir haben uns eine Portion geteilt (jeder Paerchen eine), und trotzdem haben wir ungefaehr das halbe Steak noch fuer heute Mittag auf ein Brot mitgenommen. Ich frag mich, wer eine Portion alleine verdruecken kann. Die sollten ueber einen Wettbewerb nachdenken (Hotdogs und Hamburger kann ja jeder...).

Gerade haben wir meine Sachen in meiner alten Wohnung abgeholt, die ich dort gelassen hatte... Meine Vermieterin war wieder ein Traum und lustig anzusehen/anzuhoeren. Das Gepaeck fiel etwas ueppiger aus, als Joerg gedacht hatte... Naja, aber er hat noch 9 kg Freigepaeck uebrig, die werd ich gut auffuellen :-)

Also, los geht´s ihn jetzt von Bs. As. zu ueberzeugen - obwohl die Stadt fuer sich selbst spricht. Heute Avbend will ich ihn mit zum Tango schleppen... Ich werde berichten...

Dienstag, 4. November 2008

Brasilien zum 2. - mehr Sonne und mehr Caipirinha!

Hola chicos!


Ich habe Sao Paulo ueberlebt, eine der gefaehrlichsten Staedte Suedamerikas. Am Donnerstag bin ich noch etwas durch die Nachbarschaft (Jardim Paulista) gestrifen, in der mein Hostel war. Es ist eine der "besseren" Nachbarschaften gewesen, aber die Leute dort verbarrikadieren sich bzw. ihre Wohnungen und Haeuser hinter mindestens zwei Sicherheitszaeunen und einem Waechter. Die Einkaufsstrasse dort ist ganz nett und steht der Koe in Duesseldorf in nichts nach. Dannach bin ich noch in das MASP, das staedtische Kunstmuseum. Die haben dort doch einige bedeutende Werke zusammengetragen. Es fand gerade eine Austellung zur Entwicklung des Portraits statt, und von Duerer bis Van Gogh und Picasso waren alle mit dabei. Dann hab ich erstmal 16 Stunden geschalfen (jaaaa!) und bin am naechsten Tag mit zwei Amerikanerinnen zur Biennale, DEM Festival fuer moderne Kunst gegangen. Die beiden hatten gerade ihren Abschluss in Kunst an der Uni gemacht und sie konnten wahrscheinlich mehr mit den Installationen dort anfangen. Obwohl auch ich das ein oder andere Interessante entdecken konnte. Abends bin ich dann in ein spiessiges Hotel am Flughafen umgezogen, weil Joerg Samstag frueh um 6 angekommen ist.


Nach dem Fruehstueck und einer kurzen Lagebesprechung haben wir uns dann entschieden, gleich Sao Paulo zu verlassen, da der Formel1 Grand Prix saemtliche Preise hat in die Hoehe schnellen lassen hat. Hotels begannen bei 300 US-Dollar und aufwaerts, die Ticketpreise bewegten sich in aehnlichen Regionen. Also wieder ab in den Bus und 18 Stunden in Richtung Iguazu zu den weltberuehmten Wasserfaellen. Die nette Dame von der Busgesellschaft hatte uns gesagt, dass der Bus um ca. halb 7 in Foz do Iguazu (Brasilien) ankommen wuerde. Leider waren wir schon um halb 5 dort!!! Also hiess es Zeit auf dem Busbahnhof totschlagen, weil die Stadt wohl nicht unbedingt sehr sicher sein soll. Iguazu liegt im Drei-Laender-Eck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Die Naehe zu Paraguay ist touristisch wohl nicht ganz so guenstig fuer die Brasilianer, da einige Paraguayaner sehr hilfsbereite Menschen sind, die den Touristen gerne ihre Wertsachen abnehmen... Der argentinische Ort liegt ein paar Kilometer suedlicher und weiter weg von der Grenze und ist damit sicherer. Nach mehreren Busfahrten und Grenzstempeln haben wir uns dann dort in ein super Hostel eingebucht, ein ehemaliges Casino mit nem grossen Pool und einer neetn Bar, inmitten eines tropischen Gartens. Da es den ganzen Tag nur geregnet hat, haben wir ein wenig gelesen und geschlafen und dann die Happy Hour genutzt ;-)



Gestern sind wir mit einem Iren und einer Amerikanerin dann bei schoenstem Wetter in den Nationalpark um uns die Wasserfaelle anzuschauen. Gigantisch! Ein absoluter Traum. Man kann sich die Kraft und Wassermassen gar nicht vorstellen. Dazu tropischer Regenwald und lustige Tiere. Das Foto links ist wieder geklaut, aber es sieht dort wirklich so aus. Da sind die Niagara-Faelle ein duennes Rinnsal dagegen. Also ein schoener Tag der seinen kroenenden Abschluss wieder in der Happy Hour und einem Barbeque sowie lustigen Gespraechen fand. Heute sind wir noch hier, aber wir wissen noch nicht, was wir machen werden.

Morgen geht es dann endlich zurueck nach Buenos Aires! :-)

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Brasil,Brasil - Sonne? Strand! Caipirinha!

Oi! Wie man hier in Brasilien so schoen sagt.

Zu erst noch ein paar wenige Worte zu Uruguay (mehr braucht man nicht):¨gaehn¨
Also Colonia war ganz nett fuer ein bis zwei Stunden, in Montevideo war ich dann zwei Tage. Einen ganzen Tag davon hat es geregnet, aber wir sind trozdem raus. Ich hatte im Bus eine nette Australierin kennengelernt, mit der ich dann zusammen in ein Hostel gezogen bin und die Stadt erkundet habe. Ja, war aber nicht sonderlich spannend. Montevideo hat jetzt nicht so die grossen Sehenswuerdigkeiten, als wir in verschiedene Museen wollten, waren die entweder geschlossen oder der Mann mit dem Schluessel grad nicht da oder, oder, oder...

Naja, bin dann mit dem Nachtbus nach Porto Alege in Brasilien weiter. Sehr viel ¨alegre¨ (in etwa ¨Froehlichkeit¨) gab es dort aber auch nicht, typische Industriestadt und dazu auch noch - man ahnt es fast - verregnet. Am naechsten Tag ist dann mein ¨Mitschueler¨ aus der Sprachschule, James aus London, dort angekommen und wir sind weiter Richtung Norden in einen kleinen Badeort namens Torres gefahren. Neben gaehnend leeren Strassen (noch Nebensaison) erwartete uns dort wieder unser treuer Begleiter und neuer bester Freund, Regen. Also weiter nach Norden, irgendwann muss das Wetter ja mal besser werden - denkt man. In Florianópolis sind wir dann zwei Tage geblieben. Die Stadt ist einer der beliebtesten Badeorte in Suedbrasilien und liegt zur Haelfte auf dem Festland, zur Haelfte auf der Insel ¨Ihla Catarina¨. Am ersten Tag hat es, wie nicht anders zu erwarten, geregnet. Ja, es ist Regensaison, aber so langsam nervt es. Wir sind trotzdem an einem der vielen schoenen Straende ein bissl spazieren gegangen, bis es dann wieder anfind zu regnen und wir fast ne Stunde auf einen Bus zurueck in die Stadt warten mussten. Am naechsten Tag wurden wir dafuer aber fuerstlich mit einem sonnigen und warmen Tag belohnt. Also nochmal auf zu zwei verschiedenen, sehr schoenen Straenden und gleich wieder einen Sonnenbrand abholen... Der Wind war etwas heftig, da hat mir an einigen Stellen die Sonnencreme von der Haut geschmirgelt. Aber fuer den schoenen Tag nehme ich auch das in Kauf ;-) Das sah dan ungefaehr so aus wie auf dem Foto (Bild aus dem Netzt geklaut; hab meine noch nicht hochgeladen). Wunderschoen und ich moechte definitiv nochmal bei schoenem Wetter (mehr als nur ein Tag) zurueckkommen.

Im Moment sind wir im Oertchen Blumenau, einer mehr oder weniger deutschen Kolonie zwei Stunden landeinwaerts. Hier feiert man sogar Oktoberfest (leider haben wir es aber um 2 Tage verpasst...). Dafuer konnte ich aber gestern Abend eine schoene Portion Kassler mit Sauerkraut essen. Heute abend geht es mit dem Nachtbus weiter nach Sao Paulo.Mal sehen wie´s dort ist...

P.S.: Noch ein paar Worte zur aktuellen Mode hier: Schreklich! Scheuslich! Man bzw. frau traegt Leggins in allen moeglichen Farben (und die Frauen haben alle moeglichen Formen...), ohne Rock drueber oder solche Spirenzchen. Dazu dann als Schuhwerk Sandalen mit Plateausohlen, die aussehen, als haette man sich einen Ziegelstein unter den Schuh gebunden. Und bitte moeglichst nicht damit ordentlich laufen koennen... ;-) Hoffentlich kommt diese Mode nicht nach Europa...

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Rueckblick Buenos Aires

2 Monate, 3 Naechte im Hostel, 10 Tage in einer Wohnung in Barrio Norte, 6 Wochen in einer Wohnung in Av. Corrientes (WG mit anderen ¨Reisenden¨ und einer Schrulle als Vermieterin), ca. 200 Stunden Spanischunterricht, etwa 20 Tangostunden, 5 Kochkurse á 2,5 Stunden (4 mal Fingerfood, einmal Reis), ein Theatherstueck, ein Rockkonzert (dt. Band Beatsteaks), eine Fotoausstellung, ein Fussballspiel (WM-Qualifikationsspiel Argentinien vs. Uruguay), ein Besuch in einem Slum (bzw. dem dort ansaessigen Selbsthilfeprojekt), ca. 10 Steaks, ca. 20 neue Freunde (Argentinien und weltweit), 2 Paar neue Schuhe, ca. 500 Fotos, ein argentinisches Fussballtrikot (Leo Messi) und zusammengenommen eine super Zeit in einer der besten Staedte der Welt!

I´ll be back...

Montag, 20. Oktober 2008

Bye bye Buenos Aires

Hellohello,

ich habe heute schweren Herzens Buenos Aires verlassen und bin ich Richtung Barsilien aufgebrochen. Zwischen Argentinien und Brasilien liegt dann noch Uruguay auf dem Weg, das nehme ich jetzt grad noch mit. Bin heute Mittag mit der Faehre von Bs.As. nach Colonia in Uruguay gefahren, dann fuer ein paar Stunden in dem kleinen, kolonialen Oertchen rumgestiefelt und dann am Nachmittag nach Montevideo weitergefahren. Hier bin ich nun fuer zwei Tage und dann geht´s weiter an die brasilianischen Straende.

Es ist mir schwer gefallen, BsAs zu verlassen, es war halt so schoen: man hat seine taegliche Routine mit Schule, Tango, Kochkurs usw., das Wetter wurde immer besser, die Leute in meiner Wohnung waren super und wir hatten viel Spass und ich hatte mein eigenes Zimmer und einen grossen Kleiderschrank :) Jetzt heisst es wieder Rucksackschleppen und Hostelzimmer. Was soll´s...

Mehr dann demnaechst...

Sonntag, 12. Oktober 2008

The city that never sleeps - Buenos Aires bei Nacht

¡Hola chicos!

Ein weiteres Wochenende fast vorrueber, mein vorletztes hier in Bs. As. Morgen haben wir hier auch noch frei, weil heute Columbus Day it (als Kolumbus Amerika "entdeckte") und es in Argentinien die schoene Regel gibt, dass wenn ein Feiertag auf einen Sonntag faellt, dann der darauffolgende Montag frei ist.

Also Ausgehen ist hier eine grosse Sache und dabei kommt es eigentlich nicht darauf an, ob Wochenende ist oder nicht. Dienstag oder Mittach sind Kinotag (kommt auf Kino drauf an), und da das im Vergleich zum Einkommen hier recht teuer ist, gehen die meisten Leute an den Kinotagen. Die grosse Party geht dann eigentlich schon Donnertag nacht los, da lassen die Studenten die Sau raus, weil die meisten Freitag keine Uni haben, oder erst spaeter Vorlesungen oder eben nicht hingehen. Freitag, Samstag und Sonntag wird dann komplett ausgegangen. Alle. Freitag und Samstag ist das Abendessen dann noch spaeter, als es sowieso schon hier eingenommen wird. Gegessen wird zwischen um 10 und Mitternacht. Dann geht´s in ein paar Bars zum Aufwaermen (und Angluehen), und so gegen um 2 oder um 3 in die Discos und Clubs. Heimgegengen wird so zwischen um 6 und um 7, kann aber auch mal um 8 oder 9 werden (weil´s so schoen ist). Dementsprechend ist Samstag und Sonntag vormittags auf den Strassen hier nichts los. Katerstimmung.

Freitag abend war ich auf einen Geburtstag eingeladen. Ich kannte das Maedel nicht, ein gemeinsamer Freund hatte uns per Email vorgestellt. Fand ich sehr nett von ihr, mich dann gleich zu ihrer Geburtstagsfeier einzuladen. Sie studiert hier in Bs.As. Marketing und kommt uhrsprueglich aus der Provinz von Bs.As. Also hab ich mich am Freitag nach meinem Kochkurs (ja!!!! kein Scherz!) auf den Weg gemacht. Die Einladung war fuer um 10, also, haben die Maedels in der Sprachschule gemeint, zwischen halb und um 11 waere angemessen. Kurz nach 11 bin ich in dem Restaurant aufgeschlagen. Es gab Pizza soviel wir wollten, wir haben uns nett unterhalten und dann: die "Show". Ein Traum. Ein Transvestit als Moderator, der durch die naechsten 1,5 Studen gefuehrt hat. Das Publikum bestand zum Grossteil aus mehreren Geburtstagsfeiern sowie Junggesellen/sellinen-Abschieden. Das Programm unterhielt mit zu Playback bewegten Lippen, dummen Spielchen fuer die angetrunkenen Gaeste (z.B. Tanzwettbewerbe "an der Stange" fuer Maedels und Jungs) und natuerlich die obligatorischen Stripper. Als erstes ein junges Maedel (natuerlich mit aufgepumpten Bruesten - schliesslich sind wir ja in Suedamerika) und dann ein junger Mann (wahrscheinlich schwul). Der holte sich ein Maedel von unserem Tisch auf die Buehne und diese "durfte" dann seinen Koerper erfuehlen... Das Maedel und ich hatten kurz vorher noch die Plaetze getauscht. Was fuer ein Glueck!!!
Nachdem dieser Programmteil durch war, und sich der/die/das Moderator/in auf der Buehne halb entkleidet und ihre Peruecke abgenommen hatte, erfreute uns eine Band mit ihren Lauten. Gespielt wurden argentinische Klassiker, allerdings mehr schlecht als recht. Getoppt wurde das ganze dann noch von einer semi-jungen blonden Dame, die meinte, sie koennte singen und die Band fuer weitere Lieder "unterstuetze". Nach einer Stunde war auch dieser Spuk vorbei und ein DJ erbarmte sich mit suedamerikanischer Popmusik. Um 3 bin ich dann in ein Taxi gefallen und zur Wohnung gefahren. Zur etwa gleichen Zeit kamen meine Mitbewohner nach Hause, die in einer kubanischen Bar, bei uns ums Eck, gerade die Zeche geprellt hatten (sie hatten ueber eine Stunde nach der Rechnung gefragt, der Keller hat es aber bevorzugt, auf der Tanzflaeche Salsa zu tanzen...). Also dorthin sollten wir dann diese Woche nicht gehen...

Gestern abend waren wir zur viert (meine Mitbewohner: eine Englaenderin, zwei Amerikaner und ich) zum Fussballspiel Argentinien gegen Uruguay, die Qualifikation fuer die WM 2010. Fuer Argentinien sah es vor dem Spiel nicht so rosig aus, die Quali-Gruppe ist doch recht dicht beisammen. Aber gestern haben sie alle Kraefte und Spieler mobilisiert (auch die, die in Eurpoa spielen, Messi von Barca und Tevez von ManU, und natuerlich den lokalen Helden, Riquelme). Haben dann auch mit 2:1 gewonnen :-) Das Stadion war ein Traum, da wuerde in Deutschland keine Regionalliga mehr drin spielen. Die Sitzplaetze nicht ueberdacht (es hatte kurz vor dem Spiel geregnet, und eine halbe Stunde nach Abpfiff ging ein Gewitter nieder. Was fuer ein Glueck!), die Tioletten ekelhaft und als Verpflegung gab es entweder Wasser oder Cola und Hamburger. Alkohol war verboten, die hatten wohl Angst vor "Zusammenstoessen". War aber alles friedlich bis auf die vulgaeren Sprechgesaenge, die zwischen den Anhaengern der Mannschften ausgetauscht wurden. Wir sind auch nicht dumm angemacht oder beklaut worden, wie einen viele Reisefuehrer immer glaubhaft machen wollen.

Heute und morgen wird dann ruhig, vielleicht heute abend ins Kino. So langsam muss ich auch meine Sachen mal sichten, reinigen und dann schon mal Probepacken ;-) Wird wohl nicht mehr alles in den Rucksack passen...

Dienstag, 30. September 2008

Macho, Macho - oder: Baggern auf argentinisch

¡Hola Leser!
Heute moechte ich mich doch endlich mal dem Mythos vom Latin Lover zuwenden (Ich weiss, darauf habt ihr insgeheim schon gewartet).

Wie einer ausieht, ist euch wohl allen klar. Die jungen Herren erfuellen groesstenteils dein argentinischen Stereotyp - hellere Haut als im restlichen Suedamerika, dunkle Augen, schwarze Harre, oft Loeckchen (ja, auch die Dauerwelle fuer den Herrn findet hier noch Abnehmer), und auch oft etwas laenger getragen. Ein Revival hat hier auch der Popperschwanz (bei dem Musikgeschmack nicht verwunderlich; im Internetcafe laeuft gerade Boy George mit "Chamachamachamelion"...). Dieser wird modisch auch gern mal zum Rastazopf verfitzt. Fussballtrikots sind natuerlich DAS Oberteil. Ansonsten wird auch Babyspeck zur Schau getragen, wie auch Chucks/Converse-Turnschuhe zu jeder Gelegenheit (Jeans, Anzug, Schuluniform,...).

Die Herren legen eine etwas offenere Art an den Tag, und nicht nur, was die ersten drei Hemdknoepfe und das Brusthaar betrifft. Besonders blonde und rothaarige Maedels (Findefuechse aufgepasst!) werden auf der Strasse im Vorbeigehen mit Pfiffen oder verbalen Blumen bedacht. Von den Blicken fang ich gar nicht erst an. Die meisten der Sprueche versteh ich zum Glueck nicht, muss man auc nicht, da die Maenner keine Antwort erwarten. Dreht man sich doch mal rum und fragt hoeflich nach, winken sie schnell ab und/oder bekomen einen roten Kopf. Die Argentinerinnen gehen normalerweise immer weiter und ihnen wird eingeredet, dass die Sprueche Komplimente waeren... Ja nee is klar...

Die meisten Maenner sind absolut unselbststaendig, was den Haushalt angeht. Es ist normal, dass sie bist zu ihrer Hochzeit bei Mutti und Vati wohnen (oft auch oekonomisch notwendig). Und viele Muttis sind natuerlich richtige Mammas, was wohl an der italienischen Abstammung vieler Argentinier liegt. Der Freund meiner Mitschuelerin (sie ist aus den USA, er ist von hier; sie wohnen nun gemeinsam in einer Wohnung), kann sich nicht mal einen Kaffee selbst kochen... Das ist kein Witz! Die Waesche wird zum Waschen zu Mutti gebracht, weil die macht das ja gern... (inkl. legen und buegeln).

Frauen werden generell nicht unbedingt gleich behandelt bzw. als gleichwertig erachtet. Nicht im rechtlichen Sinne, sondern einfach mentalitaetsbedingt. Ihnen wird ein Koerperverstaendnis eingeredet, was Herrn Dr. Mang in Starnberg die Freudentraenen in die Augen treiben wuerde. Plastische Chirugie ist in ganz Suedamerika sehr populaer, aber hier einfach auf die Spitze getrieben.
Die Dame zur Rechten zum Beispiel ist eine der populaersten Moderatorinnen im Land. Sie hat mindestens eine Show pro Abend. Ja, nervt wie Heidi Klum,
ausser, dass sie hier (Susana Giminez) eine Whisky-und starker-Raucher-Stimme hat. Was man zu ihr vielleicht noch wissen sollte, ist, dass sie zarte 65 Jahre alt ist... zumindest einige ihrer Koerperteile... Ich gebe ihr noch 5 Jahre, dann sieht sie aus wie die Mutter von Sylvester Stallone...
Sie ist auch kein Einzelfall. In den Medien und auch hier auf dem "arentinischen Broadway" bewegen sich fast ausschliesslich operierte Damen.
Der Operationswahnsinn nimmt bedenkliche Formen an. In Suedamerika ist es ueblich, dass die Maedels ihrer 15 Geburtstag gross feiern, entweder eben mit einer grossen Feier oder mit einer Reise. Inzwischen wuenschen sich viele Maedchen anstelle der Party oder der Reise eine Brustoperation. Mit 15!!! Ein tolles Bild, was den jungen Frauen hier vermittelt wird.
Und die Herren, wenn die denn mal aus ihrem Babyspeck herausgewachsen sind?! Bekommen einen fetten Bauch vom Essen, viele Haare auf der Brust und dem Ruecken und schicken den jungen Maedels obszoene Sprueche auf der Strasse nach.
Was sind die deustchen Maenner nett... ;-)

Sonntag, 21. September 2008

Öffentlicher Personennahverkehr in BA - hier wird Nähe gross geschrieben...

Ein grosser Spass ist die Benutzung des ÖPNV hier. Man hat die Wahl zwischen Zug, Bus und U-Bahn (hier heisst das Subte). Zuege werden besonders von den Leuten benutzt, die weiter auserhalb in den Vororten oder in der Provinz Buenos Aires wohnen. Die laufen meistens ganz gut, ausser, wenn die Gewerkschaft mal wieder streikt. Dann kann es passieren, dass der wuetende Mob ein paar Zuege in Brand steckt (ohne Passagiere drin!).
Die Busse hier decken mehr oder weniger das gesamte Stadtgebiet ab. Die fahren sehr regelmaessig und auch die ganze Nacht durch. Wenn man einsteigt, bezahlt man direkt an einer Maschine, die vom Fahrer bedient wird. Das Problem dabei ist nur, dass man den Bus ausschliesslich mit Muenzen bezahlt. Scheine werden nicht angenommen. Wo das Problem ist? Der Metallwert der Muenzen ist hoeher als der auf der Muenze abgebildete Wert (=Nominalwert). Also verkaufen findige und windige Typen die argentinischen Muenzen nach Brasilien, wo sie eingeschmolzen werden und das daraus gewonnene Metall weiterverkauft wird. Argentinien kann aber nicht staendig neue Muenzen nachproduzieren, weil das Metall dafuer so teuer ist. Also gibt es hier staendig Probleme, Muenzen zu bekommen. Die Geschaefte wechseln nicht und selbst bei Wechselgeld sind sie knauserig. Mich hat man an einem Kiosk auch schon mit Schokolade bezahlt, weil sie kein Wechselgeld hatten...
Also bleibt einem noch die Subte. Die ist ein besonderer Spass zur Rushhour am Morgen und am fruehen Abend. Dann ist es so voll darin, dass man Briefmarken pressen koennte. In Japan gibt es sogenannte Pushman, die die Leute in die U-Bahn reinpressen, damit so viele wie moeglich reinpassen (was fuer ein Job!). Hier braucht man diese nicht. Ich hab frueh schon vier oder fuenf Zuege durchfahren lassen muessen, weil ich nicht mehr mit reingepasst hab. Es ist echt uebel. Teilweise ist es schwierig noch zu atmen, weil man den Rucksack von irgendjemanden in den Ruecken gedrueckt bekommt und von vorne zwei bis drei Ellenbogen im Brustkorb stecken hat...
Also, was bleibt?! Laufen...

Es gibt auch neue Fotos: http://picasaweb.google.com/julesworldwide/BuenosAires#

P.S.: Und natuerlich ist heute frueh, am Montag morgen, die Subte einmal komplett ausgefallen...

Dienstag, 9. September 2008

Ich habe ein paar Fotos von Buenos Aires hochgeladen. Dann bekommt ihr vielleicht sprichwoertlich ein besseres Bild von der Stadt:

http://picasaweb.google.com/julesworldwide/BuenosAires#

Sonntag, 7. September 2008

Schlaflos in Buenos Aires

Wieder ein Wochenende fast vorrueber. Mein zweites in Buenos Aires. Und beide nicht miteinander zu vergleichen. Am vergangenen Freitag hatten mich zwei Briten aus der Sprachschule gefragt, ob ich abends mit ihnen was machen moechte. Ihr Mitbewohner aus Oesterreich haette seinen leztzten Tag in BA. Super, hab ich natuerlich zugesagt. Obwohl der Abend nicht wirklich sinnvoll zum Anwenden unseres erlernten Spanischs war. Zunaechst haben wir uns in einem vorzueglichen Restaurant fuer den restlichen Abend gestaerkt. Aber was heisst Abend: wir haben uns den Argentiniern angepasst und erst um 11 Uhr gegessen. Die Steaks waren fantastisch, krosse Kruste vom Holzkohlegrill und innen butterzart. Dazu gab es verschiedene Salate und Saucen. Wir haben uns aber jeweils eine Portion geteilt, weil die "normalen" Portionen hier mind. 500 g Fleisch sind.
Dannach sind wir in verschiedene Kneipen und Bars in Palermo gezogen. Das ist das beliebteste Ausgehviertel in BA. Als wir um kurz vor 3 muede in ein Taxi gefallen sind, war auf der Strasse noch die Hoelle los. Menschenmassen und auch viele Autos. Die meisten Lokale hatten noch offen und auch einige Buchlaeden (?!). Wo wir Deutschen nach Hause fahren, legen die Argentinier ersteinmal los. Gerne auch bis um 8 oder 9 Uhr morgens.
Samstag habe ich den beruehmten Friedhof im Stadtteil Recoleta besichtigt. Hier liegen viele der argentinischen Generaele, Praestidenten und die Buergermeister der Stadt, und was sonst noch Rang und Namen hat(te).
Fuer den Abend hatte meine Vermieterin Karten fuers Theater. Sie war frueher selbst Schauspielerin und kannte einige der Mimen des Stuecks. Da ihre Freundin kurzfristig abgesagt hatte, bin ich "eingesprungen" und mitgegangen. Aber vorher musste ich noch schnell Schuhe kaufen (wirklich schnell - unter einer Stunde!!!!). Ich wollte nicht mit Turnschuhen ins Theater. Wie gut, dass ums Eck das Schuh-Outlet ist :-) Ca. 10 Euro aermer, dafuer mit neuen halbhohen Ballarinas, ging es dann zur Vorstellung um 21:30 Uhr. Alles habe ich natuerlich nicht verstanden, aber da das Stueck eher der seichten Unterhaltung zuzuordnen war, konnte ich die Geschichte gut verfolgen. Es ging (wie immer) um Liebe, Eifersucht und (wie immer in Argentinien) Tango. Nach der Auffuehrung haben wir uns noch ein paar Stuecken Pizza genehmigt und sind gegen 1 nach Hause gekommen.
Am Sonntag habe ich erst einmal ausgeschlafen. Dann bin ich eine der Einkaufsstrassen entlang geschlendert (hab nix gekauft!) und in den botanischen Garten gegangen. Zufaellig fand dort gerade eine kostenlose Tangostunde statt. Die habe ich natuerlich mitgenommen, auch wenn es eine Spezialform des Tangos war (Tango Cayengue fuer die ADTV-Mitglieder unter uns). Hat Spass gemacht, auch wenn mein Tanzpartner eine mittelalte, etwas uebergewichtige Raucherin war, anstelle eines gutaussehnden Latinos.
Jetzt am Freitag hatte ich erneut eine Tangostunde in einer "ordentlichen" Tanzschule. Wir waren nur 3 Personen zum Gruppenunterricht, also mal wieder ein Strike. Ansonsten habe ich dieses Wochenende wirklich nichts gemacht. Das Wetter war eher Bescheiden, der Winter hatte sich mit 6 Grad und Regen zurueckgemeldet. Auf ein Museum hatte ich aber auch keine Lust, also Sofa und Fernseher. Morgen ziehe ich in die andere Wohnung, nahe meiner Schule um. Mehr dann von dort.

Dienstag, 2. September 2008

La dulce vida - oder: da muss noch etwas Zucker drauf


¡Hola! Da ich mich die naechsten Wochen ausschliesslich in Buenos Aires aufhalten werde, ist es vielleicht an der Zeit, Naeheres zur argentinischen Lebensweise zu erfahren. Beginnen werde ich natuerlich mit etwas zu Essen, praezieser und noch weniger ueberraschend mit Suessspeisen.

Wichtig zu wissen bei argentinischen Suessspeisen ist, dass die Desserts, Kuchen, Kekse, etc. hier wirklich suess sind - ich meine, WIRKLICH suess (und dass sage schon ich!). Ein kleines Beispiel, um diese These zu untermauern: Ich hatte mit meiner Lehrerin Maria Josè ueber Nutella gesprochen und wie gerne ich es esse. Daraufhin meinte sie, dass es das hier in einigen ausgewaehlten Supermaerkten auch zu kaufen gaebe, allerdings waere es fuer argentinische Verhaeltnisse teuer. Und ausserdem - jetzt kommt`s - waere es fuer den argentinischen Geschmack nicht suess genug!!! Wir reden hier von Nutella!!! Es muesse mehr Zucker zugesetzt werden, dann waere es vielleicht auch in Argentinien beliebter (viele Gruesse an die Produktmanager...). Unglaublich! Nutella besteht doch schon zu einem Drittel aus Zucker... Auf jeden Fall werden die meisten suessen Produkte nach dieser Maxime hergestellt.

Das Ein und Alles der Argentinier ist dulce de leche. Das ist ein Aufstrich/Fuellung, der aus erhitzter (verdampfender) Milch und - man ahnt es schon fast - viel, viel Zucker hergestellt wird. Auf einen Liter Milch kommen ca. 250 Gramm Zucker (gerne auch mehr). Es erinnert in der Konsistenz an Karamell, auch farblich, obwohl es etwas dunkler ist. Es soll Anfang des 19. Jahrhunderts von einem argentinischen General erfunden worden sein, der seine Milch mit Zucker auf dem Herd vergessen hat und diese dann zu dulce de leche eingekocht ist. Sein Cousin soll die Masse dann aus Langeweile oder Hunger zum Tee auf seine Kekse geschmiert haben und hat`s toll gefunden. Heutzutage findet sich die dulce de leche ueberall in suessspeisen. Es gibt Eiskrem (Geschmacksrichtung dulce de leche mit einigen Loeffeln "normaler" dulce de leche darin - gerne auch noch mit mehr davon uebergossen), Kekse, Kekse gefuellt mit dulce de leche, Torten, Blaetterteigtaschen gefuellt mit dulce de leche, und, und, und... Die Creme selbst wird auch loeffelweise verdrueckt, dabei soll es wohl nicht selten sein, dass Leute beim Fernsehen 1 Kilo davon verdruecken.
Mir schmeckt die nur bedingt, und ist mir am ertraeglichsten, wenn ich sie auf Sesamcracker schmiere (nur duenn!!!). Ansonsten ist sie mir zu suess...

Die Torten hier sehen in den Schaufenstern der Konditoreien toll aus, allerdings wird auch hier - wie sollte es anders sein - viel Zucker und viel Sahne verwendet. Hier sind Torten und Kuchen wahre Kalorienbomben. Allerdings merkt man auch hier, dass sich doch ein paar deutsche Einwanderer in der Gegend niedergelassen haben muessen. Waerend man deutsches Brot vergeblich sucht (das beste, was ich finden konnte, war Weissbrot mit einem kleinen Anteil an Roggenmehl, aber - man mag es fast ahnen - das Brot schmeckt suesslich), findet man jedoch in vielen Konditoreien und auch einigen Restaurants Strudel auf der Karte. Diesen gibt es ausschliesslich mit Apfelfuellung. Und wem die Sahne darauf noch nicht genug ist, der kann das Ganze mit etwas - ihr kennt die Antwort - dulce de leche toppen.

In diesem Sinne: Guten Hunger!

P.S. Um die Frage gleich vorneweg zu nehmen, nein, es sind nicht alle Argentinier dick. Ich weiss nicht, wie sie es machen, aber hier gibt es trotz dieser Ernaehrungsverbrechen und viel (fast ausschliesslich) Rindfleisch nicht mehr Dicke als in Deutschland.

Mittwoch, 27. August 2008

Buenos Aires und die Sprache. Oder: No hablo español.

¡Hola amigos! (hihi, jetzt hab ich hier die ganzen lustigen Zeichen auf der Tastatur. Kostprobe: ¡¿ñÑçǨüäö¬ --> uebrigens wird das @ in Lateinamerika mit der sinnigen Tastenkombination ALT+64 aufgerufen...)
Also hallo aus BA wieder. Ich besuche nun seit 3 Tagen die Sprachschule, also meinen Vorwand, warum ich nach Suedamerika gekommen bin ;-) Die Schule ist sehr klein, wie die meisten Sprachschulen hier in BA. Man kann sich das raeumlich eher wie eine Wohnung vorstellen, in die mehrere temporaere Waende eingezogen worden sind. Ich fange jeden Morgen um 9 Uhr mit einer Stunde Individualunterricht bei Silvia an. Sie ist Deutschlehrerin an einer Schule und hat auch deutsche Vorfahren (sie ist die 3. Generation hier). Dannach habe ich 4 Stunden Gruppenunterricht. Im Moment besteht die Gruppe nur aus mir, was natuerlich super ist. Die ersten beiden Stunden unterrichtet mich Maria José. Der Name ist lustig, weil ich in der ersten Stunde geglaubt habe, er waere Maria Rosa. Sie hatr mir dann aber erklaert, dass Maria José ein Frauenname ist, und José Maria ein Maennername... Ah ja... Sie ist auf jeden Fall voll lustig und im Moment schwanger. Danach habe ich eine Stunde Mittagpause, in der ich entweder was Essen gehe oder versuche, von der Bank Geld zu bekommen. Am Bankautomat bekommt man pro Tag max. 300 Pesos; das sind gerade mal so 75 €. Dabei muss man bedenken, dass jede Abhebung mit der EC-Karte 5 Euro Gebuehren in Deutschland kostet (Danke, Postbank). Also hole ich mir immer Auszahlungen ueber die Kreditkarte. Das macht hier in Argentinien nur die Banco Nacional, und auch dort hat man ein Tageslimit (max. 1.000 Pesos). Also etwas anstrengend, wenn man z.B. die Sprachschule auf einmal fuer den gesamten Zeitraum bezahlen moechte.
Nachmittags habe ich dann nochmal 2 Stunden, diesmal bei Veronica. Sie ist auch sehr nett und gestern gerade 30 geworden. Sie weiss noch nicht, ob sie darueber lachen soll oder doch weinen ;-)
Auf jeden Fall ist der Unterricht sehr interessant. Sie haben mit mir mehr oder weniger wieder bei den Grundlagen angefangen, was super als Wiederholung ist, da ich doch schon sehr sehr viel vergessen habe. Ich bekomme auch jeden Tag Hausaufgaben. Nachdem mich Veronica am zweiten Tag gefragt hat, ob ich meine Hausaufgaben geschafft haette, und ich geantwortet habe "Natuerlich, ich bin doch Deutsche!", muss ich diese wohl jetzt immer erledigen...
Gestern bin ich auch aus dem Hostel ausgezogen. Die Schule kennt eine Dame, die ein Zimmer in ihrer Wohnung vermietet. Bei der bin ich dann gestern eingezogen. Sie ist sehr nett, hat frueher mal in Italien und in Spanien gelebt und spricht auch ein paar Brocken Englisch. Also hab ich jetzt mein eigenes Zimmer und ein kleines Fruehstueck gibt´s noch dazu. Die Kueche kann ich auch nutzen und das Wohnzimmer ist der allgemeine Treffpunkt (bis Freitag wohnt noch ein junger Mann aus London mit in der Wohnung). Die Wohnung ist sehr gut gelegen, etwas noertlich des Zentrums (in Barrio Norte, fuer die Ortskundigen). Die Direktorin der Schule meinte zu mir "Es ist sehr gefaehrlich dort - es gibt massig Schuh- und Klamottenlaeden!". Ausserdem hab ich noch mehrere Konditoreien und zwei Chocolaterias entdeckt...
In der Wohnung bleibe ich 1,5 Wochen, dann ziehe ich in eine WG mit anderen Sprachschuelern in ein Viertel etwas suedlich des Zentrums. Die Wohnung hatte mir auf Anhieb gefallen, so dass ich dort unbedingt hin wollte (ein Zimmer wird aber erst in 1,5 Wochen frei).
Also werde ich in den naechsten Tagen die Moeglichkeiten hier in Barrio Norte mal nutzen... ;-) Notfalls muss ich dann schon mal Pakete nach Deutschland vor schicken...

Sonntag, 24. August 2008

Zurueck in Buenos Aires - oder: Die Odyssey

Buenos Aires hat mich wieder. Im Moment weiss ich noch nicht, ob mir das so gefaellt, weil La Paz doch sehr entspannt und entspannend (trotz allem) war. Gestern war ein Scheisstag, ich fang mal von vorne an:
Um wieder nach BA zu kommen, habe ich beim Reisebuero, dass im Hostel war, einen Flug nach BA gebucht. Dieser sollte ueber Santa Cruz (Bolivien), ueber Acunsion (Paraguay) nach BA gehen. War der guenstigste (knapp 460 Dollar, plus "departure tax" von ueber 20 Dollar). Zusaetzlich zum Ticket hat mir das Reisebuero einen Ablaufplan ausgedruckt. Als ich um kurz nach 12 zum Flughafen in La Paz komme, erklaert mir die Dame von Aerosur (Fluggesellschaft fuer den ersten Flug), dass das Resiebuero mir ein Ticket fuer einen Flug am Morgen, um 8:30 Uhr verkauft hat. Auf dem Ablaufplan stand 13:30 Uhr... Sie hat mich KOSTENLOS (bitte Lufthansa und Germanwings mal aufhorchen!!!) auf den Nachmittagsflug umgebucht. Naechstes Problem: um meinen Anschlussflug nach Asuncion/BA zu erreichen, haette ich in Santa Cruz nur 20 Minuten - inkl. Gepaeck am Band abholen und bei der naechsten Fluggesellschaft wieder einchecken, plus Sicherheitskontrollen und Ausreisestempel... Sie hat mir viel Glueck gewuenscht. Auf meiem "persoenlichen Ablaufplan" der Reisebueros steht, ich habe fast 1,5 Stunden... Wir erinnern uns nocheinmal kurz, dass der Flug knapp 460 Dollar gekostet hat, soviel Geld, dass ich davon in Bolivien einen Monat leben oder hier in BA die Miete fuer ein schoenes Zimmer bezahlen koennte. Als wir in La PAz abgehoben sind, wusste ich nicht, dass der Flug in Cochabamba zwischenlanden wird, um neue Passagiere aufzunehmen und andere aussteigen zu lassen. Tja, ich sah jede Minute verinnen und hab vor lauter Sorge um den Anschlussflug nicht mal die angebotenen Suessigkeiten genommen (!!!). Als wir dann endlich in Santa Cruz landeten, bin ich zu einer Stewardess gegangen und hab ihr mein Problem geschildert. Sie hat mich an einen Mitarbeiter des Flughafens uebergeben, der mit suedamerikanischer Gelassenheit und Gemuehtlichkeit mit mir zum Check-in (nachdem ich mein Gepaeck geholt hatte) Schalterraum gegangen ist. Irgendwie hat er es geschafft, eine Dame vom Bodenpersonal von TAM Mercosur (naechste Airline, mit der ich fliegen sollte) aufzutreiben. Sie hat mir gut zu geredet und mich beruhigt (es war inzwischen 15:40 Uhr, die Zeit, zu der der Flug gehen sollte). Und was passierte: SIE HAT MICH und meinen Rucksack EINGECHECKT!!!!! Nach dem Check-in und dem Bezahlen der Flughafensteuern (wo ich ausnahmsweise mal beschissen worde - 10 Dollar weniger Wechselgeld - hab ich aber erst hinterher bemerkt) hat mich die junge Dame auch noch durch die Sicherheitskontrolle und den Zoll begleitet, bis zum Gate. Der Flug hatte 1 Stunde Verspaetung... Was fuer ein Glueck, und was fuer nette Menschen. In Deutschland haette sich keiner drum geschert und mich stehen gelassen. Also hab ich es noch gut bis BA geschafft, bin dann in ein Hostel gefahren und wie ein Stein ins Bett gefallen. 13 Stunden Schlaf...
Was lernen wir daraus?! Buche deine Fluege in Lateinamerika lieber selbst uebers Internet und dass die Saftschubsen in Deutschland bloede Kuehe sind (besonders die beiden Schnepfen von der Lufthansa am Leipziger Flughafen, die mich nicht mehr mitnehmen wollten, weil ich 3 Minuten (!!!) zu spaet war und der Flieger auch eine Stunde Verspaetung hatte...).
Morgen geht mein Sprachschule los. Mal sehen, was dass wird... :-)

Freitag, 22. August 2008

Der Titikaka-See

Neue Fotos:

Bolivien


Hallo noch ein letztes Mal aus La Paz.
Ich bin gestern von einem 3-Tages-Trip an den Titikakasee zurueckgekehrt. Ich bin so froh, dass ich das noch gemacht habe, weil es wunderschoen dort war.
Am dienstag nachmittag hab ich mich in einen der lokalen Minibusse gesetzt. Man muss dazu sagen, dass diese die ausrangierten Minibusse aus Japan sind. Meistens wird sich nicht einmal die Arbeit gemacht, die vorhandenen japanischen Aufkleber und Aufschriften abzumachen. Leider heisst der Import auch, dass die Sitzabstaende eher fuer Japaner und Bolivianer gedacht sind...
Auf jeden Fall war das mit den Minibussen billiger (umgerechnet 2 Euro pro Strecke) und die Fahrt dauert nur 3 bis 4 Stunden. Wir sind dann in den sonnenuntergang hineingefahren und am See entlang. Es war wirklich traumhaft. Vom Licht her wie in der Toskana, der See wie der Lago Maggiore, nur viel groesser und als Hintergrund ein paar schneebedeckte 6.000er. Im Bus habe ich eine Australierin (eigentlich halb Kanaderin, halb Schweizerin, aber sie lebt seit 8 Jahren in AUS und hat den Pass) und einen Neuseelaender kennengelernt. Wir haben dann gleich ein Hotelzimmer zusammen bezogen (pro Person umgerechnet 3 Euro...) und sind noch was Essen gegangen. Hier im See gibt es eine spezielle Forellenart, die nur hier vorkommt. Hat sehr gut geschmeckt vom Grill mit etwas Limette.
Am naechsten Morgen sind wir relativ zeitig (8:30 Uhr) mit einem Boot/Schiff zur Isla del Sol gefahren, der Geburtsstaette der Sonne nach dem Glauben der Inkas. Dort sind wir an Inkaruinen vorbeigekommen, die jedoch wenig eindrucksvoll waren. Verglichen mit Mexiko waren das hier nur ein paar Steinhaufen. Die Landschaft war aber sehr schoen. Der See ist tiefblau (ich habe mal irgendwo gelesen "saphirblau", das beschreibt es ziehmlich gut), der Himmel blau mit ein paar Wolken, und die Berge Boliviens und Perus ragen am Ufer empor. Wir sind einmal so ungefaehr quer ueber die Insel gelaufen, immer darauf bedacht, dass wir nicht abgezockt werden. Das ist hier echt ein Problem. Du bist der reiche westliche Tourist, du kannst hier und da ruhig mal 10 Bolivianos abdruecken. Die Dame "an Land", bei der wir unsere Tickets fuer die Ueberfahrt gebucht haben, hat uns gesagt, dass wir jeweils fuer den Nord- und Suedteil der Insel 10 Bolivianos (=1 Euro) bezahlen muessen. Auf dem Wanderweg hatten sich dann aber mehrere "Posten" platziert, die Geld wollten. Kurz bevor wir ins Dorf (Ablegestelle zurueck zum Festland) kamen, standen dort noch zwei aeltere Frauen, die mit ihren massigen Leibern den Weg versperrten und nochmal 5 Bolivianos wollten. Kurz davor hatten wir eine Auseinandersetzung mit einer frechen Goere, die fuer einFoto (sie hatte danach gefragt!!!) mehrere Bolivianos wollte. Wir haben aber nichts von alledem bezahlt. Zweimal 10 Bolivianos und gut. Wer da keine Autorisierung hatte, war uns egal und wir haben uns hoeflich entschuldigt, ihnen gesagt, das wir bereits bezahlt haben und sie einfach stehen gelassen. Das sollen die Inselbewohner (ca. 5.000) mal schoen unter sich ausmachen. Aber mit dieser Art und Weise locken sie sicher keine zusaetzlichen Touristen an.
Am Donnerstag vormittag bin ich noch etwas in Copacabana (nicht der Strand in Rio, sondern der Ort am See) herumgelaufen und habe auch noch das ein oder andere Souvenir gekauft (war etwas billiger als in La Paz - obwohl wir hier in Dimensionen von 50 Cent bis 1 Euro reden...). Ausserdem konnte ich die Segnung von Fahrzeugen vor der hiesigen Kathedrale verfolgen. Das schein aber was ganz Tolles hier zu sein. Die Autos werden geschmueckt, gesegnet und dann mit Sekt begossen... Am Nachmittag bin ich wieder nach La Paz zurueck, natuerlich mit dem lokalen Bus.
Heute morgen bin ich mit zwei Irinen nochmal hier auf den Markt. Es ist einfach so guenstig hier, dass man verleitet wird, schoene Dinge aus Alpakawolle oder was auch immer zu kaufen.
Morgen Mittag geht mein Flug nach Buenos Aires und am Montag beginnt meine Sprachschule. Ich melde mich dann von dort aus. Schoenes Wochenende!

Sonntag, 17. August 2008

La Paz

Hallo aus La Paz (immer noch),
die Stadt gefaellt mir sehr gut und ich fuhle mich hier mehr wohl. Soviel zu der Frage, warum ich immer noch hier bin. Ausserdem bin ich nach gut drei Wochen herumreisen etwas "reisemuede" bzw. es ist ganz schoen, mal fuer mehrer Naechte in einem Zimmer zu sein und nicht immer den Rucksack zu packen.
Am naechsten Samstag werde ich mich dann zurueck nach Buenos Aires machen. Ich war am Freitag in einem Reisebuero und habe mir einen Flug heraussuchen lassen. Leider sollte ich diesen cash bezahlen (Kredikartenzahlung ist hier immer mit Verifikationen per Fax und sowas verbunden), also bin ich zur Bank. Dort habe ich sage und schreibe 1 Stunde gebraucht, bis ich mein Geld hatte. Man nimmt es hier mit dem Service nicht so genau - private Gespraeche gehen vor, gerne auch mit Kaugummi im Mund. Dann hatte das Reisebuero auch schon geschlossen. Am Samstag hatte es auch zu und heute natuerlich auch. Also bekomme ich de Flug hoffentlich morgen frueh noch. Dann werd ich morgen versuchen, einen Bus an den Titikakasee zu bekommen, der nur 3 Stunden von hier entfernt ist.
Ansonsten verbringe ich meine Tage hier, in dem ich durch die Stadt laufe, Leute beobachte und auf dem lokalen Markt shoppen gehe. Ich war auch schon im Coca-Museum, was sehr interessant war. Dort wird die Historie, die Tradition, der Anbau und die Verwendung von Coca beschrieben. Die Blaetter werden hier haeufig gekaut, was aufputschend wirken soll (hat es nicht fuer mich). Es war ach interessant zu erfahren, dass die westlichen Industrielaender den Cocaanbau fuer die Armut her verantwortlich machen, aber gleichzeitig das meiste Geld damit machen. Ganz grosser Abnehmer von Coca ist z.B. der Pharmakonzern Merck aud Darmstadt. Die stellen daraus wohl Betaeubungsmittel fuer Operationen her. Sehr interessant auf jeden Fall das ganze.
Der Souvenirmarkt hier ist auch super. Guenstige Sachen aus Alpakawolle n tollen Farben. Leuchtendes Rot, Tiefblau oder intensives Gruen. Pullover, Muetzen, Schals, Handschuhe, Socken. Man moechte sich komplett fuer den Winter ausstatten...
Ich werd mich jetzt mal auf die Suche nach etwas Essbarem begeben. Hier wird alles frittiert, also haette ich gern mal wieder etwas Frisches oder einfach nur Gekochtest. Ich treff mich gleich mit ein paar Leuten zum Essen in einem Cafe, dass von Hollaendern gefuehrt wird. Hoffentlich gibt es dort nicht nur Frikandells ;-)

Donnerstag, 14. August 2008

Sucre nach La Paz - vom Regierungsitz zur Hauptstadt

Gruesse von endlich mal wieder ueber 3.500 m. Die Hauptstadt La Paz hat mich. Obwohl die Reise hierher etwas beschwerlich war. Von Sucre habe ich direktes Busticket nach La Paz bekommen (war schon alles ausgebucht), also bin ich mit zwei deutschen Maedels (Tochter, mein Alter, und Mutter, ca. Muttis Alter) mit dem Nachtbus nach Cochabamba. Wir sind dort frueh um 7 angekommen und haben dort den Tag verbracht. Nach anfaenglicher Langerweile, weil Mangel an Sehenswuerdigkeiten und auch die meisten Cafes machten erst gegen halb um 9 auf, wurde es am nachmittag noch ganz lustig. Die Touristeninformation hatte uns mit einigem an Material ueber die Stadt ausgestattet, allerdings entpuppte sich das meiste als langweilig oder Reinfall. Am Nachmittag (nachdem wir die Mittaghitze in einer Pizzeria ueberbrueckt hatten), sind wir dann zu einem Palzzo gefahren, der einem der ehemal 10 reichsten Maenner der Welt gehoert hat (er machte Anfang dieses Jahrhunderts bis zur Mitte Geld mit Silber und Zink). Waehrend der Fuerhrung dort haben wir einen weiteren Deutschen, der dort zwei Monate Freiwilligenarbeit macht, getroffen. Mit ihm sind wir dann in ein Cafe gangen und haben dort hervorragende Torte gefuttert (wenn auch ab und zu mit Stromausfall). Durch diesen kulinarischen Hochgenuss, die lustigen Gespraeche und die Toiletten, die 10 von 10 Punkten von uns bekamen (und das in Bolivien!!!) wurde es noch ein ansprechender Tag. Am abend haben wir noch etwas gegessen und uns dann in den Nachtbus nach La Paz gesetzt (wir haben uns die Liegesitze gegoennt). Leider bekam mir wohl unser Abendessen nicht so gut oder es wollte auch etwas von der Landschaft sehen. Auf jeden Fall ging es mir richtig beschissen, als wir hier ankamen. Ich hab mich dann von den beiden deutschen maedels verabschiedet und bin ins Hostel (ueberigens super!!!). Dort hab ich direkt mein Bett beziehen koennen und bin wie ein Stein hineingefallen und eingeschlafen. Gegen Nachmittag bin ich aufgewacht, noch eine Runde Porzellanbus gefahren und hab mich dann geduscht. Nach einen Gang um den Block und einer Flasche ausgeschlagener Cola bin ich dann wieder ins Bett gefallen und nur noch sporadisch aufgewacht. Heute morgen ging es mir dann wieder super. Also, Schlaf hilft immer (auch vorbeugend!!! ;-))
Heute hab ich dann beim Fruehstueck einige Iren kennengelernt und bin mir ihnen ein bisschen herumgelaufen, auch auf einen Markt, wo man viele, viele Souvenire kaufen kann. Also werde ich das morgen tun :-)
Ein paar Fotos konnte ich auch endlich bei Picasa hochladen. viel Spass beim Schauen.
Bolivien

Montag, 11. August 2008

Sucre und das Referendum

ivienIch lebe noch! Kein wuetende Meute, kein Mob hat seine Wut an den im Land verbliebenen Europaeern ausgelassen. Die Reisewarnung des Auswaertigen Amtes, sich insbesodere nicht in Potosí und Sucre aufzuhalten, noch besser, das Land zu verlassen, war wohl etwas uebereifrig. Der Wahlsonntag verlief so ruhig, wie es wohl selten in einer Grossstadt ist. Schon am Vorabend durfte kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Am Sonntag selbst natuerlich auch nicht, bis die Wahllokale geschlossen hatten. Es herrschte ausserdem ein allgemeines Fahrverbot, nur Fahrzeuge mit Sondergenehmigung durfen sich bewegen. Viele Familen nutzten den Gang zum Wahllokal, der ueber das Verbleiben der Regierung Morales enschied, zum Sonntagsspaziergang. Vor den Wahllokalen waren Staende mit kulinarischer Versorgung aufgestellt (lecker Essen fur billig Geld *ruelps*), in den Parks hatten die Kinder Spass auf ihren Fahrraedern, gemieteten Quads oder sie spielen auf der Strasse Fussball. Alles verlief sehr entspannt, auch als das Ergebnis verkuendet wurde (ca. 60/40 pro Morales). Sucre gilt ja eher als konservativ und damit gegen Morales. Aber man hat nichts gehoert, nicht einmal eine kleine Demonstration. Der einzige Kampf fand am Abend zwischen den Touristen um Sitzplaetze in den wenigen geoeffneten Restaurants statt.
Heute morgen habe ich mein Busticket gekauft. Leider war der bequeme Bus nach La Paz schon ausgebucht, so dass ich heute abend nach Cochabamba fahre, und von dort aus morgen Abend hoffentlich weiter nach La Paz. Nach dem Ausflug zum Busterminal bin ich mit den beiden Luxemburgern auf den hiesigen Markt. Dort haben wir viele Fotos geschossen, was der ein oder anderen Marktfrau missfiel. Uns trafen Wurfgeschosse wie Kaese, Obst und Verbalattaken (die wir zum Glueck nicht verstanden haben). Nach einem staerkenden und natuerlich wieder billigen Mittagessen dort, haben wir uns, um der Mittaghitze zu umgehen, in einem Cafe niedergelassen. Wir moechten gleich noch auf einen Kirchturm, um die Stadt von oben zu betrachten. Dann heisst es auch schon auf zum Bus und auf nach Cochabamba.

Samstag, 9. August 2008

Potosí - hoechstgelegene Stadt der Welt

Beste Gruesse von ueber 4000 m aus der (angeblich) hoechstegelegenen Stadt der Welt, Potosí. Einst die reichste Stadt Suedamerikas, kann man den Reichtum noch heute an den Gebaeuden der Stadt erkennen. Selten habe ich in den vergangenen drei wochen so viele gut erhaltene Kolonialbauten auf einem Fleck gesehen - noch dazu in Bolivien. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert.
Von Uyuni habe ich natuerlich am Donnerstag abend keinen Bus mehr nach Potosí bekommen. Also musste ich dort uebernachten und bin mit einem der Englaender meiner Tourgruppe um 10 Uhr frueh nach Potosí gefahren. Wir haben uns fuer den Bus der Einheimischen entschieden, der ueberraschend gut war. Die Busse, die extra fuer europaeische und amerikanische Touristen fahren, kosten gut das 1,5fache. Also lieber eine 8-h-Busfahrt fuer umgerechnet 3 Euro machen. Obwohl diese schon fast an Folter grenzte. Nicht unbedingt wegen den steilen Abhaengen, die direkt neben der (nicht asphaltierten) Strasse nach unten gingen (ich sass natuerlich am Fenster...), sondern wegen dem eigentuemlichen Musikgeschmack, an dem der Busfahrer alle teilhaben lies. Natuerlich hatten wir auch noch den Sitzplatz erwischt, ueber dem der Lautsprecher, der den gasmaten hinteren Teil des Busses beschallte, angebracht war. Also durften wir uns an bolivianischer Volksmusik a la Florian Silbereisen (auch mit "hey!"-Rufen usw.!), Shakira (...), italienischer Musik (von Eros Ramazotti ueber Pop-Rap bis hin zum Blinden) und an einer spanischsprachigen Celine Dion erfreuen... Folter ist ein anderes Wort dafuer. also iPod auf volle Lautstaerke und die Stoepsel in die Ohren... Doch so manche Ballde wurde stereo von eben diesen wundervollen Lauten untermalt...
Der englaender ist am Abend nach Cochabamba (der Ort heisst wirklich so!) weiter. Er war vor ein paar Monaten schon mal hier. Ich habe auf seine Empfehlung in ein superschoenes Hostel (Kolonialstil mit grossenm Innehof) eingecheckt. Das Dorm hatte ich bis 4 Uhr frueh fuer mich alleine und es hat wirklich nur knapp 3 Euro inkl. Fruehstueck gekostet. Bolivien ist echt klasse :-)
Heute habe ich dann Sightseeing gemacht. Frueh war ich im Casa de la Moneta (Haus des Geldes), einem der wohl besten Museen Suedamerikas. Hier wurden anhand von vielen Maschinen, Werkzeugen, Mineralien usw. die Herstellung des Geldes zur Kolonialzeit bis ca. 1950 erklaert. Aufgrund seiner reichen Silbervorkommen haben die Spanier ihre Muenzen gleich hier produzieren lassen und dann verschifft. Ironischerweise werden die heutigen bolivianischen Muenzen in Spanien hergestellt. Eine Fuehrerin des Museum hat sich mir erbarmt und mich allein auf Englisch herumgefuehrt. Im Allgemeinen fehlte es den Damen doch an Espit und begeisterung. Ganz anders da die Frauen der Guarda National, die als Security das Museum beaufsichtigen. Sie hatten eine Menge Spass, sich ihre Naegel zu feilen und diese in verschiedenen Farben zu lackieren - das alles im Innenhof des Museums, wo die Touren starten...
Dann bin ich noch weiter durch die Stadt gelaufen und habe mir verschiedene Kirchen und Bauten angesehen. Hier soll es wohl mal ueber 60 Kirchen, 10 oder 15 Kloester sowie unzaehliche Kapellen gegeben haben. Aber auch davon steht noch viel.
Heute nachmittag fahre ich dann weiter nach Sucre, dem Regierungssitz Boliviens. Morgen steht dann das gesamte Land aufgrund des Referendums still. Keine Busse fahren. Also hoffe ich, dass ich am Montag eine Bus nach La Paz bekomme. Mein Bus nach Sucre faehrt in 2 Stunden. Mal sehen, mit welcher Musik ich diesmal unterhalten werde... :-)

Donnerstag, 7. August 2008

Suedbolivien - wo der Staub zu Hause ist

Beste Gruesse aus Uyuni. Die vergangenen Tage waren sehr schoen und erlebnisreich.
Wir sind von Salta aus direkt zur Grenze nach Bolivien gefahren. Eigentlich wollte ich noch einen Zwischenstop machen, weil ich nicht von 1.500 m auf 4.00 m wollte. Leider haben wir kein Zimmer mehr bekommen, so dass wir direkt fahren mussten. Im Bus hat mich die Hoehenkrankheit dann natuerlich erwischt. Mein Mittagessen habe ich mir dann in der Grenzstadt nochmal durch den Kopf gehen lassen, der auch sehr geschmerzt hat. Nach einer recht kalten Nacht (keine Heizung in den Zimmern dort), sind wir dann ueber die Grenze und mit dem Zug nach Tupiza in Suedbolivien. An der Grenze habe ich als Deutsche 90 Tage Aufenthalt in Bolivien bekommen, Enzo als Peruaner nur 30 ;-)
Die Zugfahrt war hervorragend. Wir haben die Billigklasse gebucht, die echt gut war und fuer die drei Stunden auch absolut ausreichend. Die Landschaft, die an den Fenstern vorbei rauschte, war grandios. Der Zug schlaengelt sich durch die Anden, man passiert kleine Doerfer, die wie vor 200 Jahren anmuten, und sieht mit gruenem und gelben Gras bedeckte Berge, viele Kakteen und natuerlich ein paar Lamas.
Dann haben wir in Tupiza (20.00 Einwohner und damit eine Anden-Metropole) uebernachtet und eine heisse Dusche genosen (auch hier keine Heizung, dafuer aber eben heisses Wasser). Den Sonntag haben wir in dem Staedtchen vertroedelt, weil unsere Tour (4 Tage) erst am Montag begann. Enzo wollte nicht "soviel" Geld ausgeben (umgerechnet viell. 100-110 € fuer 4 Tage inkl. allem) und ist am Montag irgendwann woanders hingefahren. Ich weiss nicht wohin, hab grad nur ne Nachricht gelesen, dass er Bolivien scheisse findet und Richtung Iguazu (tolle Wasserfaelle an der Brasilianisch-Argentinischen Grenze) faehrt. Also reise ich allein weiter. Ist mir auch recht, wir Europaeer sind eben anders als manch Suedamerikaner ;-)
Am Montag sind wir dann also auf Tour gegangen. In der Umgebung von Tupiza haben Butch Cassidy und Sundance Kid ihr Unwesen getrieben. Durch dieverse an Western erinnernde Schluchten ging unsere Tour los - aber mit 3 Stunden Verspaetung. Wir waren zwei Minuten gefahren, da sind wir leider auf ein anderes Auto aufgefahren. Also Unfall mit Polizei holen usw. Dann zur ersten Polizeistation. Dort sprang dann der Wagen nicht mehr an, also schieben, bis er wieder ging. Dann zur zweiten Polizeistation. dort dann ewig warten (es stellte sich heraus, dass der Fahrer vor uns betrunken war - um 9 Uhr morgens!!!). Dann Fahrerwechsel. Den neuen Fahrer abholen. Die Sachen des alten Fahrers abladen und dessen Mutter nach Hause fahren (sie hatte seine Sachen, er war noch auf der Polizei). Dann zum neuen Fahrer nach Hause, seine Sachen schnell packen. Dann zu seinem Bruder fahren, damit der seiner Frau Bescheid sagt, dass er 4 Tage auf Tour ist. Und dann endlich los...
Unsere Gruppe bestand aus fuenf Personen: einer Irin, die wir im Zug kennengelernt hatten und in Tupiza uebernachtet haben, einer Kanaderin und zwei Englaendern und natuerlich mir. Eine tolle Gruppe, muss ich jetzt auch im Nachhinein nach sagen, wir hatten so viel Spass und wenn wir uns mit anderen Gruppen verglichen haben... Wir waren froh, dass wir uns hatten ;-)
Die Fahrt durch die Anden war ein Traum. Gruene Berge, spektakulaere Canyons, Lamas, Guanacos, kleine Doerfer, die einem ersteinmal den Begriff "abgeschieden" verdeutlichen, Silberminen, Goldminen.
Uebernachtet haben wir in einem kleinen Dorf im Niergendwo. Es war bitterkalt. Ich hatte neben meinem Schlafsack (super Anschaffung) drei Decken, dazu eine kleine Flugzeugdecke, Leggins mit Hosen, sowie vier oder fuenf Lagen Pullover und ne Muetze und Handschuhe an - fuer´s Bett, wohlgemerkt. Trotzdem war es sehr schoen und sehr lustig. Neben dem Fahrer hatten wir eine Koechin mit an Bord, die geradeeinmal 15 Jahre alt ist. Ein ganz nettes Maedel, die uns auch immer versucht hat, Dinge zu erklaeren. Leider konnten sie und der Fahrer nur Spanisch, und wir ..naja... Irgendeiner hat immer ein Wort gewusst und so haben wir dass dann zusammen gepuzzelt. Umgekeht mussten wir den beiden einige Liedtexte erklaeren, z.B. Let it be von "los Biet-les" und wer Rasputin war... Ja, wir haben beides hinbekommen ;-)
Am zweiten Tag haben wir verschiedene vulkanische Aktivitaeten gesehen. An der Grenze zu Chile sind die Anden sehr vulkanisch gepraegt. Neben dem blubbernden Schlamm und Geysiren gibt es dort einige Lagunen. In einer heissen Quellen haben wir uns aufgewaermt :-) Am Nachmittag sind wir zu einer grossen Lagune gefahren, in der Flamingos (3 versch. Arten) zu Hause sind. ausserdem waren wir auf du und du mit ein paar Lamas. Sie haben aber nicht gespuckt ;-)
Gestern haben wir an eine aktiven Vulkan herangefahren, der auch wieder fast schon in Chile steht. Nach ein paar weiteren Lagunen und inaktiven Vulkanen haben wir unser Nachlager am Rande der Salar de Uyuni (groesste Salzwueste der Welt mit 12000 km2) erreicht. Dort gab es dann auch endlich wieder eine heisse Dusche :-)
Heute frueh ging es dann zeitig zum Sonnenaufgang los (wir sind eigentlich jeden Tag zwischen um 5 und um 6 aufgestanden, dafuer aber auch spaetestens um 10 oder halb 11 ins Bett). Gefruehstueckt haben wir auf einer Insel in der Salzwueste. Dannach haben wir Fotos geschossen. Aufgrund der schier endlos scheinenden weissen Weite kann man hier fantastisch mit der Perspektive spielen (z.B., dass Leute auf der Schulter einer Person stehen usw.). Nun sind wir in Uyuni un der Ort ist echt haesslich. Die Irin, Kanaderin und einer der Englaender fahren heute abend noch nach La Paz. Ich versuche, einen Nachtbus nach Potosí zu bekommen (einst die reichste Stadt Suedamerikas aufgrund seiner Silberminen). Ansonsten uebernachte ich hier nochmal und mache morgen frueh dorthin. Von dort aus moechte ich dann auch nach La Paz und treffe mich wohl wieder mit den anderen drei.
Also im Nachhinein sind wir alle froh, das wir die Tour von Tupiza aus gemacht haben (wir haetten auch eine 3-Tages-Tour von Uyuni aus machen koennen). Somit haben wir nicht nur die trockenen, staubigen und "wuesten" Anden gesehen, sondern auch die abgelegenen etwas gruenen (auch dort sehr staubig - ich freu mich auf die naechste Waschmaschine). Eine tolle Tour und landschaftlich absolut empfehlenswert. Hat mit besser gefallen als Nordargentinien - und ist dazu noch verschwindent guenstig.
Am Sonntag ist hier ein Referendum, und es werden Demonstrationen und Strassensperren erwartet. Also hoffentlich faehrt mein Bus nach La Paz dann noch :-) Die Opposition hat ein Referendum gegen Praesident Evo Morales erwikt, der aber in der Bevoelkerung unheimlichen Rueckhalt hat. Also wir er am Sonntag eh wiedergewaehlt. Die einzigen, die dagegen sind, sitzen in der Hauptstadt Sucre (ist wohl sehr reich im Vergleich zum Rest des Landes). Also duerfte es zu keinen Ausschreitungen kommen. Ich lass euch informiert :-)

Mittwoch, 30. Juli 2008

Ein paar Fotos...

... hab ich bei Facebook hochladen koennen. Hier der Link:

http://www.facebook.com/album.php?aid=46986&l=a8d9e&id=609444621

Heute sind wir mit dem Bus nach Salta gefahren. Im Moment sind wir zu dritt. Ein Spanier, den wir vor drei Tagen kennengelernt haben, hat sich noch fuer ein paarTage zu uns gesellt. Nun sind wir noch ein bisschen skurriler, weil ich mit Enzo Englisch rede, was der Spanier nicht kann, dafuer aber Deutsch, was ich widerum mit ihm spreche, und die beiden Jungs natuerlich Spanisch miteinander...

Salta liegt noch einmal 4 Stunden Busfahrt noerdlich von Tucuman. Eigentlich wollten wir einen Bus nehmen, der durch eine landschaftlich reizvoller Strecke geht (fuer die ganz belesenen, durch Tafí de Valle und Cafayate), aber leider ging dortlang heute kein Bus. Trotzdem ist es hier ganz nett. Wir kommen langsam den Anden immer naeher. Jtzt sind wir wenigesten schon auf ueber 1.000 m Hoehe und der "Hausberg" hier hat knapp 1.500 m. Auf den wollen wir morgen mal krakseln. Ansonsten ist es wieder eine so tyisch sueamerikanische Stadt: der zenrale Platz ist gesaeumt von Kolonialbauten, es gibt mehrere sehr schoene Kirchen (hier ist mal eine Rot, in Tucuman war eine gelb ;-)) und die Strassen heissen in jeder Stadt gleich. Es gibt immer eine Avenida oder einen Plaza 9 de Julio (der Unabhaengigkeitstag), eine Avenida oder Plaza 25 de Mayo (noch ein Unabhaengigkeitstag - alle Historiker moechten mich jetzt verfluchen...) und dann diverse Avenidas mit Staedtenamen (beliebt sind Cordoba, Salta, Buenos Aires, Tucuman etc.).

Nachdem wir uns gerade ein ordentliches Parilla, naehmlich massig gegrilltes Rind (alle Teile davon - Steak, Rippchen, Niere, dann irgendein Stueck vom Darm, koennte aber auch Milz oder sowas gewesen sein), zugefuehrt haben, werd ich mich so langsam ins Bett kugeln...
Bis dahin. Buenos noches.

Dienstag, 29. Juli 2008

Und weiter geht's...

Es ist 9 Uhr morgens. Ich bin etwas geraedert, aber eigentlich ganz fit. Die letzte Nacht hab ich im Bus verbracht. Um Mitternacht ging dieser von Cordoba nach Tucuman. 8 Stunden. Naja, es waren nur 7,5. Und da wir noch friedlich in unseren Sitzen schlummerten, hat uns dann der freundliche Busfahrer mit "Vamos, amigos. Tucuman!" geweckt...

Noch ein paar Worte zu Cordoba. Nach dem anfaenglich eher nicht so tollen Eindruck, finde ich die Stadt nun sehr schoen. Am Sonntag hat Enzo ewig geschlafen (er hatte am Abend eine Flasche Bier getrunken - nur dass es hier Bier gleich in 1,5 Liter-Flaschen gibt...). Also hab ich mir meine Kamera geschnappt und bin alleine ins Staedtchen (etwas ueber 1 Mio. Einwohner, zweitgroesste Stadt in Argentinien). Das war eine suer Idee (=Findefuchs ;-)). Es war strahlend blauer Himmel und wenige Menschen unterwegs. Cordoba hat in der Innenstadt tolle koloniale Architektur. Viele Kirchen (ich glaube, so um die 5 oder 6), eine Kathedrale nd eine traumhaft schoene Uni. Diese ist die aelteste des Landes und wohl auch die rennomierteste in Suedamerika.

Nach der Rueckkehr ins Hostel sind wir dann (zu zweit), nach ein paar Empanadas (gefuellte Teigtaschen) zur Staerkung, nach Nuevo Cordoba (Neu Cordoba). Dort gibt es auch ein paar sehr schoene Kolonialbauten, eine grosse Kirche, ein Kunstmuseum und einen grossen Park. Mit platten Fuessen, aber nach einen echt tollen Tag, sind wir dann wieder ins Hostel und haben gekocht - allerdings shon um halb 8. Der "gemeine" Argentinier pflegt gegn 10 zu abend zu essen... Im Hostel haben wir ein paar nette Australier kennengelernt. Das war ganz nett, weil es komischerweise (aber auch angenehmerweise) recht wenige auslaendische Rucksackreisende gibt. Ich werde, gerade in Zentralargentinien und hier im Norden, wegen meines hellen Teints (und warscheinlich auch wegen meines grossen Rucksacks) oft angestarrt (und natuelich wegen meines rotglaenzendem Fell ;-)). Wenn man sich die einschlaegige Backpacker-Literatur durchliest, scheint es immer, als waere das hier das Normalste und die Leute sind dran gewoehnt. Kann ich jetzt nur sagen: sind sie nicht. Aber wir finden trozdem immer shoene Hostels, die zum Teil noch 10mal besser sind als die in Australien.

So, nun sind wir in Tucuman, nochmal noerdlicher von Cordoba, und wir naehern uns langsam Bolivien. Im Moment ist es leider bedeckt. Wo Enzo ist, weiss ich auch nicht. Er hatte Hunger, also ist warscheinlich auf der Suche nach Essen (er ist eigentlich immer auf der Suche - entweder nach Essen oder einem Klo...). Also heisst's jetzt erstmal Fruehstueck und dann schaun mer mal, was die Stadt so zu bieten hat :-)

Ich werd heute abend mal versuchen, ein paar Fotos hochzuladen, falls ich die Moeglichkeit dazu habe. Hier schein das Intenet etwas schneller als in Cordoba. Da haegen sich wohl auch immer zu viele Studenten ins Netz um Filme zu ziehen ;-) Bis denn.

Samstag, 26. Juli 2008

Corrrrrdoba

Live aus Cordoba... Das Thema Fussball moechte ich zu Anfang jedoch ausklammern, da ich 1974(1976?) noch Quark im Schaufenster war.

Mein erster Besuch in Buenos Aires war also kurz und schmerzlos. Ziehlich grosse Stadt, ganz schoen viel Verkehr und wild Autofahrer (ich weiss jetzt schon, was die Gruppe bei Facebook "I had a near death experience crossing the street in Buenos Aires" soll ;-)).
Gestern morgen haben wir BA erst einmal verlassen und sind mit dem Bus nach Rosario gefahren. Zuerst ein Wort zu den Ueberlandbussen hier: Hammer! Da kann sich die Lufthansa mal ne Scheibe abschneiden. Die Sitze sind Ledersitze und so breit wie in der Business Class. Ausserdem haben die Fussstuetzen, dass man sich fast lang legen kann. Super. Ab heute mein bevorzugtes Transportmittel auf laengeren Strecken.
Rosario selbst liegt etwa 300 km nordwestlich von BA. Es hat ne schoene kleine Kathetrale und ein etwas zu gross geratenes Monument fuer den "Designer" der argentinischen Flagge. Die Stadt liegt am Rio Parana und ist ganz nett, herrlich entspannt gegenueber BA.

Heute Mittag ging es dann weiter hierher, nach Cordoba (6 h mit dem Bus). Wir waren nun kurz in der Stadt um was zu essen. Leider eher naja... Wir hatten einen Hambuger. Ich dachte immer, die Fleischscheiben bei McDonalds waeren duenn, aber die hier muessen gebuegelt worden sein ;-)

Morgen gibts dann mehr ightseeing und hoffentlich mehr zu schreiben.
Neuer Versuch dann morgen

Donnerstag, 24. Juli 2008

Ankunft in Buenos Aires

Hello Deutschlaend,

so bin ich nun das erste Mal in Suedamerika! Nach einem etwas langweiligem 13-Stunde-Flug wurde ich von meinem Kumpel Enzo am Flughafen abgeholt. Zum Glueck, denn Buenos Aires ist doch etwas groesser...

Morgen machen wir uns auf den Weg ueber Rosario nach Cordoba. Von dort aus dann mehr... ;-)

Dienstag, 8. Juli 2008

Immunisiertes Reisen...

Gestern hab ich meinen ersten Impf-Zyklus angeschlossen. Aufgefrischt wurden Tetanus, Diphterie und Polio. Außerdem wurden noch Hepatitis A und B sowie dem Gelbfieber der Kampf angesagt. Und die Ärztin der staatlichen Impfstelle (und -beratung) meinte dann noch fürsorglich: "Aber wenn Sie in die Amazonas-Region möchten, dann nehmen Sie bitte noch die Malaria-Prophylaxe!" Ja was denn noch alles????
Halb Südamerika müsste demnach ausgestorben oder schwer krank sein. Mir fehlen jetzt natürlich Statistiken, die dies unterstützen könnten, aber wird bei den empfohlenen Impfungen und Prophylaxen nicht zu sehr übertrieben?!
Bewundernswert ist nach meiner Meinung demnach das Marketing der Pharma-Konzerne, die uns diese tollen Wundermittel zur Verfügung stellen. Der Impfstoff für Hepatitis A und B kostet schlappe 80 € - pro Impfung wohl gemerkt, von der man drei aufeinanderfolgende benötigt, um den "optimalen Schutz" (Packungsbeilage) zu gewährleisten. Gelbfieber ist mit 35 € geradezu ein Schnäppchen. Was also wirklich benötigt wird oder doch eher Kokolores ist, bleibt die Frage.
Eine kurze Diskussion mit meiner Freundin Sandra zeigt andere Formen der Immunisierung auf. Bei einem mehrwöchigem Indienaufenthalt verzichtetet sie mit ihrer Reisebegleitung auf die Malaria-Prophylaxe. Statt dessen gab es jeden Abend einen wohlschmeckenden Gin Tonic, der wirksam von innen desinfizierte. Beschwerden hatten die beiden keine, sondern letztlich einen tiefen Schlaf. Eine andere Bekannt hatte sich wohl für die Malaria vorbeugenden Tabletten entschieden - und erfreute sich über mehrere Tage an Kopfschmerzen, Durchfall und Müdigkeit. Also muss ich mich entscheiden: Bleib ich gesund bzw. minimiere das Risiko einer Erkrankung erheblich, aber verpass das Land, welches ich bereise, weil es mir bescheiden geht. Oder erlebe ich die fremde Kultur, setz mich einem Risiko aus (auch dazu wären Statistiken interessant) und nehme als Prophylaxe einen Sun-Downer?! Schwierige Entscheidung... ;-)
Vielleicht entwickeln findige Forscher demnächst einen Impfstoff für Pauschaltouristen, die vollkommen geschützt ferne Länder "entdecken" möchten, z.B. den Strand vorm Robinson Club in Varadero auf Cuba. Der würde dann wirksam vor den aufdringlichen Einheimischen, vor dem zu scharfen und fremd gewürzten Essen und der stickigen Hitze schützen. Ein Traum...
Ich hätte an die Forscher auch noch einen Wunsch: Immunisierung gegen Ignoranz und Dummheit...

Kommentare erwünscht....

Edit: Habe inzwischen gelesen, dass Malaria mit Chinin behandelt wird. Dies ist ein Hauptbestandteil von Tonicwasser, was mir den Sundowner noch sympatischer macht ;-)

Donnerstag, 26. Juni 2008

Countdown

...am 23. Juli geht´s los...

Wer noch Tips hat oder nen großen Rucksack übrig... ;-)