¡Hola! Da ich mich die naechsten Wochen ausschliesslich in Buenos Aires aufhalten werde, ist es vielleicht an der Zeit, Naeheres zur argentinischen Lebensweise zu erfahren. Beginnen werde ich natuerlich mit etwas zu Essen, praezieser und noch weniger ueberraschend mit Suessspeisen.
Wichtig zu wissen bei argentinischen Suessspeisen ist, dass die Desserts, Kuchen, Kekse, etc. hier wirklich suess sind - ich meine, WIRKLICH suess (und dass sage schon ich!). Ein kleines Beispiel, um diese These zu untermauern: Ich hatte mit meiner Lehrerin Maria Josè ueber Nutella gesprochen und wie gerne ich es esse. Daraufhin meinte sie, dass es das hier in einigen ausgewaehlten Supermaerkten auch zu kaufen gaebe, allerdings waere es fuer argentinische Verhaeltnisse teuer. Und ausserdem - jetzt kommt`s - waere es fuer den argentinischen Geschmack nicht suess genug!!! Wir reden hier von Nutella!!! Es muesse mehr Zucker zugesetzt werden, dann waere es vielleicht auch in Argentinien beliebter (viele Gruesse an die Produktmanager...). Unglaublich! Nutella besteht doch schon zu einem Drittel aus Zucker... Auf jeden Fall werden die meisten suessen Produkte nach dieser Maxime hergestellt.
Das Ein und Alles der Argentinier ist dulce de leche. Das ist ein Aufstrich/Fuellung, der aus erhitzter (verdampfender) Milch und - man ahnt es schon fast - viel, viel Zucker hergestellt wird. Auf einen Liter Milch kommen ca. 250 Gramm Zucker (gerne auch mehr). Es erinnert in der Konsistenz an Karamell, auch farblich, obwohl es etwas dunkler ist. Es soll Anfang des 19. Jahrhunderts von einem argentinischen General erfunden worden sein, der seine Milch mit Zucker auf dem Herd vergessen hat und diese dann zu dulce de leche eingekocht ist. Sein Cousin soll die Masse dann aus Langeweile oder Hunger zum Tee auf seine Kekse geschmiert haben und hat`s toll gefunden. Heutzutage findet sich die dulce de leche ueberall in suessspeisen. Es gibt Eiskrem (Geschmacksrichtung dulce de leche mit einigen Loeffeln "normaler" dulce de leche darin - gerne auch noch mit mehr davon uebergossen), Kekse, Kekse gefuellt mit dulce de leche, Torten, Blaetterteigtaschen gefuellt mit dulce de leche, und, und, und... Die Creme selbst wird auch loeffelweise verdrueckt, dabei soll es wohl nicht selten sein, dass Leute beim Fernsehen 1 Kilo davon verdruecken.
Mir schmeckt die nur bedingt, und ist mir am ertraeglichsten, wenn ich sie auf Sesamcracker schmiere (nur duenn!!!). Ansonsten ist sie mir zu suess...
Die Torten hier sehen in den Schaufenstern der Konditoreien toll aus, allerdings wird auch hier - wie sollte es anders sein - viel Zucker und viel Sahne verwendet. Hier sind Torten und Kuchen wahre Kalorienbomben. Allerdings merkt man auch hier, dass sich doch ein paar deutsche Einwanderer in der Gegend niedergelassen haben muessen. Waerend man deutsches Brot vergeblich sucht (das beste, was ich finden konnte, war Weissbrot mit einem kleinen Anteil an Roggenmehl, aber - man mag es fast ahnen - das Brot schmeckt suesslich), findet man jedoch in vielen Konditoreien und auch einigen Restaurants Strudel auf der Karte. Diesen gibt es ausschliesslich mit Apfelfuellung. Und wem die Sahne darauf noch nicht genug ist, der kann das Ganze mit etwas - ihr kennt die Antwort - dulce de leche toppen.
In diesem Sinne: Guten Hunger!
P.S. Um die Frage gleich vorneweg zu nehmen, nein, es sind nicht alle Argentinier dick. Ich weiss nicht, wie sie es machen, aber hier gibt es trotz dieser Ernaehrungsverbrechen und viel (fast ausschliesslich) Rindfleisch nicht mehr Dicke als in Deutschland.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen