Beste Gruesse von ueber 4000 m aus der (angeblich) hoechstegelegenen Stadt der Welt, Potosí. Einst die reichste Stadt Suedamerikas, kann man den Reichtum noch heute an den Gebaeuden der Stadt erkennen. Selten habe ich in den vergangenen drei wochen so viele gut erhaltene Kolonialbauten auf einem Fleck gesehen - noch dazu in Bolivien. Die Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert.
Von Uyuni habe ich natuerlich am Donnerstag abend keinen Bus mehr nach Potosí bekommen. Also musste ich dort uebernachten und bin mit einem der Englaender meiner Tourgruppe um 10 Uhr frueh nach Potosí gefahren. Wir haben uns fuer den Bus der Einheimischen entschieden, der ueberraschend gut war. Die Busse, die extra fuer europaeische und amerikanische Touristen fahren, kosten gut das 1,5fache. Also lieber eine 8-h-Busfahrt fuer umgerechnet 3 Euro machen. Obwohl diese schon fast an Folter grenzte. Nicht unbedingt wegen den steilen Abhaengen, die direkt neben der (nicht asphaltierten) Strasse nach unten gingen (ich sass natuerlich am Fenster...), sondern wegen dem eigentuemlichen Musikgeschmack, an dem der Busfahrer alle teilhaben lies. Natuerlich hatten wir auch noch den Sitzplatz erwischt, ueber dem der Lautsprecher, der den gasmaten hinteren Teil des Busses beschallte, angebracht war. Also durften wir uns an bolivianischer Volksmusik a la Florian Silbereisen (auch mit "hey!"-Rufen usw.!), Shakira (...), italienischer Musik (von Eros Ramazotti ueber Pop-Rap bis hin zum Blinden) und an einer spanischsprachigen Celine Dion erfreuen... Folter ist ein anderes Wort dafuer. also iPod auf volle Lautstaerke und die Stoepsel in die Ohren... Doch so manche Ballde wurde stereo von eben diesen wundervollen Lauten untermalt...
Der englaender ist am Abend nach Cochabamba (der Ort heisst wirklich so!) weiter. Er war vor ein paar Monaten schon mal hier. Ich habe auf seine Empfehlung in ein superschoenes Hostel (Kolonialstil mit grossenm Innehof) eingecheckt. Das Dorm hatte ich bis 4 Uhr frueh fuer mich alleine und es hat wirklich nur knapp 3 Euro inkl. Fruehstueck gekostet. Bolivien ist echt klasse :-)
Heute habe ich dann Sightseeing gemacht. Frueh war ich im Casa de la Moneta (Haus des Geldes), einem der wohl besten Museen Suedamerikas. Hier wurden anhand von vielen Maschinen, Werkzeugen, Mineralien usw. die Herstellung des Geldes zur Kolonialzeit bis ca. 1950 erklaert. Aufgrund seiner reichen Silbervorkommen haben die Spanier ihre Muenzen gleich hier produzieren lassen und dann verschifft. Ironischerweise werden die heutigen bolivianischen Muenzen in Spanien hergestellt. Eine Fuehrerin des Museum hat sich mir erbarmt und mich allein auf Englisch herumgefuehrt. Im Allgemeinen fehlte es den Damen doch an Espit und begeisterung. Ganz anders da die Frauen der Guarda National, die als Security das Museum beaufsichtigen. Sie hatten eine Menge Spass, sich ihre Naegel zu feilen und diese in verschiedenen Farben zu lackieren - das alles im Innenhof des Museums, wo die Touren starten...
Dann bin ich noch weiter durch die Stadt gelaufen und habe mir verschiedene Kirchen und Bauten angesehen. Hier soll es wohl mal ueber 60 Kirchen, 10 oder 15 Kloester sowie unzaehliche Kapellen gegeben haben. Aber auch davon steht noch viel.
Heute nachmittag fahre ich dann weiter nach Sucre, dem Regierungssitz Boliviens. Morgen steht dann das gesamte Land aufgrund des Referendums still. Keine Busse fahren. Also hoffe ich, dass ich am Montag eine Bus nach La Paz bekomme. Mein Bus nach Sucre faehrt in 2 Stunden. Mal sehen, mit welcher Musik ich diesmal unterhalten werde... :-)
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