Freitag, 22. August 2008

Der Titikaka-See

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Bolivien


Hallo noch ein letztes Mal aus La Paz.
Ich bin gestern von einem 3-Tages-Trip an den Titikakasee zurueckgekehrt. Ich bin so froh, dass ich das noch gemacht habe, weil es wunderschoen dort war.
Am dienstag nachmittag hab ich mich in einen der lokalen Minibusse gesetzt. Man muss dazu sagen, dass diese die ausrangierten Minibusse aus Japan sind. Meistens wird sich nicht einmal die Arbeit gemacht, die vorhandenen japanischen Aufkleber und Aufschriften abzumachen. Leider heisst der Import auch, dass die Sitzabstaende eher fuer Japaner und Bolivianer gedacht sind...
Auf jeden Fall war das mit den Minibussen billiger (umgerechnet 2 Euro pro Strecke) und die Fahrt dauert nur 3 bis 4 Stunden. Wir sind dann in den sonnenuntergang hineingefahren und am See entlang. Es war wirklich traumhaft. Vom Licht her wie in der Toskana, der See wie der Lago Maggiore, nur viel groesser und als Hintergrund ein paar schneebedeckte 6.000er. Im Bus habe ich eine Australierin (eigentlich halb Kanaderin, halb Schweizerin, aber sie lebt seit 8 Jahren in AUS und hat den Pass) und einen Neuseelaender kennengelernt. Wir haben dann gleich ein Hotelzimmer zusammen bezogen (pro Person umgerechnet 3 Euro...) und sind noch was Essen gegangen. Hier im See gibt es eine spezielle Forellenart, die nur hier vorkommt. Hat sehr gut geschmeckt vom Grill mit etwas Limette.
Am naechsten Morgen sind wir relativ zeitig (8:30 Uhr) mit einem Boot/Schiff zur Isla del Sol gefahren, der Geburtsstaette der Sonne nach dem Glauben der Inkas. Dort sind wir an Inkaruinen vorbeigekommen, die jedoch wenig eindrucksvoll waren. Verglichen mit Mexiko waren das hier nur ein paar Steinhaufen. Die Landschaft war aber sehr schoen. Der See ist tiefblau (ich habe mal irgendwo gelesen "saphirblau", das beschreibt es ziehmlich gut), der Himmel blau mit ein paar Wolken, und die Berge Boliviens und Perus ragen am Ufer empor. Wir sind einmal so ungefaehr quer ueber die Insel gelaufen, immer darauf bedacht, dass wir nicht abgezockt werden. Das ist hier echt ein Problem. Du bist der reiche westliche Tourist, du kannst hier und da ruhig mal 10 Bolivianos abdruecken. Die Dame "an Land", bei der wir unsere Tickets fuer die Ueberfahrt gebucht haben, hat uns gesagt, dass wir jeweils fuer den Nord- und Suedteil der Insel 10 Bolivianos (=1 Euro) bezahlen muessen. Auf dem Wanderweg hatten sich dann aber mehrere "Posten" platziert, die Geld wollten. Kurz bevor wir ins Dorf (Ablegestelle zurueck zum Festland) kamen, standen dort noch zwei aeltere Frauen, die mit ihren massigen Leibern den Weg versperrten und nochmal 5 Bolivianos wollten. Kurz davor hatten wir eine Auseinandersetzung mit einer frechen Goere, die fuer einFoto (sie hatte danach gefragt!!!) mehrere Bolivianos wollte. Wir haben aber nichts von alledem bezahlt. Zweimal 10 Bolivianos und gut. Wer da keine Autorisierung hatte, war uns egal und wir haben uns hoeflich entschuldigt, ihnen gesagt, das wir bereits bezahlt haben und sie einfach stehen gelassen. Das sollen die Inselbewohner (ca. 5.000) mal schoen unter sich ausmachen. Aber mit dieser Art und Weise locken sie sicher keine zusaetzlichen Touristen an.
Am Donnerstag vormittag bin ich noch etwas in Copacabana (nicht der Strand in Rio, sondern der Ort am See) herumgelaufen und habe auch noch das ein oder andere Souvenir gekauft (war etwas billiger als in La Paz - obwohl wir hier in Dimensionen von 50 Cent bis 1 Euro reden...). Ausserdem konnte ich die Segnung von Fahrzeugen vor der hiesigen Kathedrale verfolgen. Das schein aber was ganz Tolles hier zu sein. Die Autos werden geschmueckt, gesegnet und dann mit Sekt begossen... Am Nachmittag bin ich wieder nach La Paz zurueck, natuerlich mit dem lokalen Bus.
Heute morgen bin ich mit zwei Irinen nochmal hier auf den Markt. Es ist einfach so guenstig hier, dass man verleitet wird, schoene Dinge aus Alpakawolle oder was auch immer zu kaufen.
Morgen Mittag geht mein Flug nach Buenos Aires und am Montag beginnt meine Sprachschule. Ich melde mich dann von dort aus. Schoenes Wochenende!

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